Wunderbares Forum: Nach der Analyse der offensichtlich überkomplexen physikalischen Gesetzmäßigkeiten zur Beschreibung der diffusen Winkelgeschwindigkeiten haben wir diese nach wie vor offene – jedoch möglicherweise nachrangige - Frage erst mal hingeschmissen und den Untersuchungshorizont um die transkontinental-soziologische Perspektive erweitert. Hut ab!
Ich meine das ohne Scheiß, deswegen ist man doch hier im Forum: Im positiven Sinne Fahrradverrückte – denk, denk - betrachten schließlich zum vorläufigen Höhepunkt der Diskussion diverse Aspekte der tatsächlichen oder vermeintlichen Fehlentwicklungen im globalen Fahrradbau seit den 90er Jahren - wohlgemerkt unter besonderer Berücksichtigung der sowohl technikhistorischen als auch der marketingökonomischen Großwetterlage. Aber jetzt möchte ich nicht weiter abschweifen – es kreiselt (und kriselt) stets um die Frage: 26er oder 28er oder umgekehrt?
Ich halte jetzt mal thesenhaft meine – vorläufige - Interpretation fest und kriege dafür hoffentlich nicht allzu viel Haue:
Bei identischen Reifen und identisch-hochwertigen Laufrädern sind die physikalischen Unterschiede nicht so groß wie man meinen könnte, aber die 28er rollen tendenziell etwas leichter, schneller und – bei kleinen Unebenheiten - komfortabler. Falls dieser Sachverhalt physikalisch nicht nachweisbar sein sollte, so trifft er aber auf jeden Fall „gefühlt“ zu.
Je mehr man überwiegend auf asphaltierten Strecken unterwegs ist, desto sinnvoller ist ein 28er, weil es keinen Bedarf gibt, breite, schwere und langsame 26er (Felgen und) Geländereifen zu benutzen. Je mehr man Offroad fährt, desto eher sind breite, profilierte und zugleich leider schwere und langsame Reifen von fahrdynamischem Vorteil, jedoch sind die dicken Reifenbrummer im Regelfall leider nur für 26er verfügbar. Warum eigentlich?
Das Systemgewicht (schwerwiegendes Gepäck etc.) spielt de facto keine Rolle bei der Wahl der Laufradgröße, da sich 28er und 26er mit identischer Stabilität bauen lassen.
Wegen der Rahmengröße sind sehr große Leute tendenziell mit einem 28er besser bedient als mit einem 26er. Umgekehrt gilt dies für außergewöhnlich kleine Fahrer.
Aber möglicherweise sollte man die 26er und die 28er als Steinzeitstadien antiquierter Fahrradtechnik betrachten, weil eh die 29er das neueste Nonplusultra sind oder zukünftig werden können oder wie auch immer ... sich das mit der Winkelgeschwindigkeit verhalten und noch entwickeln sollte …
PS: Ich fahre sowohl 26er als auch 28er gleich gerne und fühle vom Durchmesser her keinen spürbaren oder gar nachweisbaren Unterschied. Viel wichtiger als die Laufradgröße erscheint mir a) die Qualität der Laufräder und b) die Wahl der bevorzugten Reifen zu sein. Gleich – gleich (aus a und b) ergibt bei mir – in der Fahrpraxis „gefühlt“ – gleich – gleich (der 26er und 28er-Laufräder).
Was ich persönlich wirklich bevorzuge in nahezu allen Lebenslagen ist ein Rennlenker, aber die Laufradgröße ist mir wurschd – ACHTUNG, ACHTUNG dieses Urteil lässt sich NICHT VERALLGEMEINERN, es beruht auf individueller Vorliebe. Sowohl im Alltag als auf Touren benutze ich häufiger die 26er, weil ich damit breitere, schwerere und langsamere Reifen fahren kann (Geschwindigkeitsnachteil), aber andererseits flexibler bin in der Wahl meiner Strecken und Abkürzungen (Matsch, Steine, Sand etc).
Meine persönliche Neigung zu mountainbikeähnlichen Fahrrädern mit Rennlenker LÄSST SICH NICHT VERALLGEMEINERN. Wenn ich weiß, dass ich auf Asphalt oder guten Wegen bleibe und bleiben will, nehme ich oft 28 Zoll: Denn ein (28er) Rennrad ist ein Rennrad ist ein Rennrad ist ein Rennrad und lässt sich nur durch ein (28er) Rennrad ersetzen oder halt durch ein 28er Reiserad mit Rennlenker, damit ich das noch mal gesagt hätte.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. DIESER BEITRAG LÄSST SICH NICHT VERALLGEMEINERN. Bin gerade etwas in Babbellaune, sorry und Grüße.