Ich ahne nun was du meinst. Der Drehimpuls des Rades ist aber eher unbedeutend und sicher nicht in der Lage einen Fahrer über den Lenker zu hebeln.
Ich erkläre mir das ganze so: Basis ist die Formel für die Haftreibung, die aus Normalkraft mal Reibbeiwert besteht.(grob) Durch das Beharrungsvermögen entsteht beim Bremsen auf das Vorderrad eine Kraft, die zum Teil als Normalkraft wirkt und damit für die Reibkraft (Reifen-Boden) zuständig ist.
Betrachten wir dann eine Vollbremsung, d.h. es wird mit der maximal möglichen Handkraft gebremst:
Fall 1, Vollbremsung aus kleiner Geschwindigkeit: Es entsteht eine kleine Normalkraft auf das Vorderrad und damit nur eine kleine Haftreibungskraft. Diese kleine Haftreibungskraft kann man auch mit der Bremse in der Felge (oder Scheibe) erreichen. Damit gibt es ein Kräftegleichgewicht und das Rad blockiert und der Fahrer überschlägt sich oder das Vorderrad rutscht weg. (je nach Hebelverhältnissen und Untergrund) Das fiese daran ist auch noch, das bei den Bremsklötzen ein Übergang von Gleitreibung in Haftreibung stattfindet, was eben das schlagartige Blockieren bewirkt.
Fall 2, Vollbremsung aus hoher Geschwindigkeit: Es entsteht eine große Normalkraft auf das Vorderrad und damit eine sehr große mögliche Haftreibungskraft. Diese Haftreibungskraft kann mit der Bremse nicht erreicht werden und das Rad blockiert nicht, bzw. erst dann, wenn der Fahrer schon deutlich runtergebremst hat und die Haftreibungskraft weit genug abgesenkt ist.
Das ist, auf das wesentliche reduziert und vereinfacht, der Clou an der Sache, das bei hoher Geschwindigkeit die Bremskraft immer noch nicht ausreicht, die mögliche entstehende Reibkraft zwischen Boden und Reifen zu erreichen.