In Antwort auf: Flo
Anfangen kann man meines Erachtens schon auf einem Parkplatz. Ohne daß man auf etwas anderes achten muß: Bremsen.
Wenn man sich dort mit stärkerem bremsen sicher fühlt, rausfahren und ab sofort stärker bremsen.
Das sieht sich anders aus, als sich das mancher hier vorstellt - es wird vorsichtiger, schüchterner sein - aber es wird sich mit der Zeit ganz langsam steigern.


Ich schließe mich Florian voll an. Vor allem, weil is es vor 3 Jahren selbst so gemacht habe: Damals hatte ich einen Unfall und bin durch falsches Bremsen unvermittelt über's Vorderrad geflogen. Das ist mir mit 11 schonmal passiert. Also habe ich mir Gedanken gemacht, den Fehler erstmal am Rad gesucht - und irgendwann endlich Fahrtechnik gelernt. Meiner Meinung nach gibt es 2 Wege, die man nach solchen Unfällen bestreiten kann. Entweder man macht weiter wie bisher. Hat Angst vor scharfen Bremsungen (hatte ich), vermeidet sie und bleibt deswegen beim nächsten Notfall wieder wie ein nasser Sack sitzen. ODER: Man übt das aus dem Sattel gehen und Arme ausstrecken. Mehr braucht es ja garnicht. Man muss als ängstlicher Fahrer nicht gleich mit steigendem Hinterrad bremsen (das kann man auch ein Jahr später lernen). Nur die Ärmchen müssen gerade sein. Wenn man das tut, und dann die Bremskraft über genug Versuche vorsichtig steigert, sollte der Rest von alleine kommen. Man vertraut der Sache, weil man merkt, dass man nicht über den Lenker geht. Also traut man sich im auch im Alltag wieder mehr zu, bremst stärker usw.

Wenn man versteht, wie man den Abflug wirkungsvoll verhindern kann, sollte das aus dem Sattel gehen zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn das mal alles sitz, und mit der Dosierung der Bremse genug Erfahrung gesammelt ist, kann man mit schwierigen Übungen wie dem Abheben des Hinterrads anfangen. DABEI kann man aber wirklich leicht verunfallen, und ohne wirklich gute Technik an Rad und Fahrer geht es kaum. Ich behaupte aber mal, dass sowas eher die Königsklasse ist. Der Ottonormalfahrer geht mMn nicht über den Lenker, weil er zu stark bremst, sondern weil er zu weit nach vorne gedrückt wird (womit sich der Schwerpunkt verschiebt und die Resultierende aus Schwerkraft und Trägheit des Fahrers über die Vorderachse wandert, wumms).

Eine weitere Übung zur Dosierung der Vorderbremse ist das Bremsen auf Schotterwegen. Da kann man das Voderrrad (auch bei langsamer Fahrt) vorsichtig in den Grenzbereich bringen und blockieren lassen ohne zu fallen. Das wichtigste, was man dabei lernt: Man kann die Bremsen auch loslassen zwinker

Für jemanden, der nicht ständig in Grenzbereichen unterwegs ist, reicht mMn das automatisierte Strecken der Arme, um nicht nach jeder Notfallbremsung zum Arzt zu müssen. Und das kann jeder lernen. schmunzel