Gibt es in SH nur 5 m breite, ähnlich wie Eisenbahnstrecken durch automatische Schranken gegen kreuzenden Autoverkehr gesicherte, wie Autobahnen asphaltierte Radwege oder bist Du ein heimlicher Wähler der Autopartei?

1. Der Vergleich Fußgänger-Radfahrer ist absurd. Man betrachte hierzu die Anhaltewege. Fußgänger max. 0,5 m, Radfahrer 10 m.

2. Wenn Radfahrer schon eine eigene Fahrspur zugewiesen bekommen, sollte diese sich auf der gleichen Fahrbahn befinden und ausreichenden Abstand von parkenden wie überholenden Fahrzeugen sowie uneingeschränktes Sehen und Gesehenwerden gewährleisten. In Deutschland kenne ich keinen Radweg, der all dies erfüllt. Im Gegenteil: die meisten Radwege, besonders die auf dem Bordstein angelegten, verleiten Autofahrer zum Überholen mit zu geringem Abstand.

3. Du mauserst Dich langsam zum G.W.Bush der Aufrechtfahrer. Auch ich verleihe genannter Forderung Nachdruck, obwohl ich aufrecht fahre. Ich habe nichts gegen Liegeradler, und das durch die Gefahrenquelle Radweg, nicht durch verschiedene Bauarten eines Verkehrsmittels bedingte Übersichtsdefizit ließe sich allenfalls durch Benutzung eines historischen Hochrades spürbar mindern. Übrigens sind vor allem auf Diamantrahmen fahrende Kinder von dem Übersichtsdefizit durch geparkte Autos, Gestrüpp und alles andere, was systematisch zwischen Rad-weg-Weg und Straße gepflanzt wird, wo es nicht hingehört, betroffen.

4. Ärgere ich mich über fast jeden Meter Radweg, der neu angelegt wird, weil dabei immer wieder die mangelnde Lernfähigkeit der Verkehrsplaner überdeutlich vor Augen geführt wird. Insbesondere werden die meisten Radwege immer noch in Leichtbauweise angelegt, obwohl man durch einfachste Rechnung zeigen kann, daß ein Fahrrad mehr Druck auf die Fahrbahn ausübt als die meisten Kraftfahrzeuge. Immer wieder wird außerdem keine Rücksicht auf Bäume genommen, deren Wurzeln dann nach wenigen Jahren die viel zu schwache Asphaltdecke durchbrechen. In den Niederlanden mußte ich feststellen, daß viele Radwege dort aufgrund ihres schlechten Belags nur mit den von Dir verfemten vollgefederten "Niedrigsitzern" benutzt werden können, wenn Rückenbeschwerden und Übelkeit auf längeren Strecken vermieden werden sollen.

Insgesamt sehe ich keinen Nutzen für Radfahrer in Rad-weg-Wegen. Daher sollte man sie ganz abschaffen. Allenfalls an stark befahrenen Fernstraßen mit wenigen Kreuzungen wäre die Anlage von parallel laufenden "service roads" sinnvoll, welche dann auch von motorisiertem Anlieger- und Landwirtschaftsverkehr genutzt werden dürften.

Daniel