Da ich nicht genau weiss, wo ich den Beitrag drunter hängen soll, hier zwei Anmerkungen aus der Praxis:
Radfahrer verursachen keine Verspätungen wg. langer Zeiten für das Ein- und Aussteigen. Ich bin mit dem Rad genauso schnell wie der mehrfach erwähnte Rollkofferträger und deutlich schneller, als die 80-jährige Omi oder ein Rollstuhlfahrer. Wird deshalb jemand alten oder querschnittsgelähmten Personen die Zugfahrt verbieten wollen? Verspätungen an Bahnhöfen kommen nur zustande, weil sehr viele Menschen ein- und/oder aussteigen. Paradebeispiel hierfür sind 30-köpfige Schulklassen, die alle durch eine Tür rein- und wieder raus wollen, was immer einige Minuten mehr Bahnhofs-Aufenthalt nach sich zieht.
Alle schütteln den Kopf über die "Deppen", die sich am ersten Ferientag bereitwillig auf Autobahnen in Megastaus stellen. Keiner wundert sich über höhere Preise für Flüge und Unterkünfte in der Hochsaison. Wieso wird so über mangelnde Kapazitäten zu Hauptverkehrszeiten bei der Bahn rumgehackt? Selbst dann, wenn die Bahn primär eine öffentlichen Transportauftrag hätte und erst nachrangig das Ziel einer Kapitalmehrung, so wird wohl niemand bestreiten, dass sie dann trotzdem einigermaßen mit dem Geld des Steuerzahlers wirtschaftlich agieren muss. Vor zwei Wochen bin ich Düsseldorf - Berlin gefahren, gestern Hamburg - Solingen. Beide Fahrten waren dienstags, beide startete ich vormittags, beide Male waren die Sitzplätze im Wagen zu weniger als 20% belegt. Hin war ich bis Münster der einzige Radfahrer im IC, danach waren wir max. vier. Auf der Strecke gestern war ich durchgängig der einzige mit einem Rad.
Gruß Uli
"Too much smoke, too much gas. Too little green and it's goin' bad!". "So sad", Canned Heat, 1970 Dear Mr. Putin, let’s speed up to the part where you kill yourself in a bunker.