Hi, also bisher habe ich immer vorher überlegt ob mir mein Zielland gefällt und bin im groben und ganzen nicht enttäuscht worden.
Etwas enttäuscht war ich aber dann doch vom Eyers Rock (Uluru) in Australien. In den Medien und der Reiseliteratur sieht man immer einen wunderschönen Monolyth, weitabgelegen von jeder menschlichen Siedlung inmitten des unendlichen Outbacks der einsam in der Morgendämmerung erstrahlt. Eine romantische Wildnis. In Wirklichkeit ist es ein Nationalpark in dem jeder Pups geregelt ist und das Eyers Rock Resort ist eine große Feriensidlung in der das tausende Jahre alte Grundwasser verprasst wird. Kurz vor der morgentlichenParköfffnung bildet sich am Parkeingang ein Stau aus Reisebussen und Geländewagen und dann brausen alle mit einem Lärm wie auf einer städtischen Einfallstraße zur Rushhour los um die besten Plätze zu bekommen. Dazu kreisen noch Hubschrauber und Flugzeuge um den Monolith wie die Fliegen um einen gigantischen Kuhfladen. Die Leute streiten sich dann um die besten Fotoplätze und die Ranger sorgen für Ordnung.
Allgemein wird in Australien auch die kleinste Sehenswürdigkeit in Prospekten hochgepuscht und die Leute die noch nicht so weit rumgekommen sind verbreiten dann wie unglaublich toll es dort ist. Dabei gibt es viel tollere Länder wie z.B. Bolivien, das ich anschließend besucht habe. Dort stand ich oft vor unglaublichen Naturschönheiten für die es häufig nicht mal ein Hinweisschild gab und die einfach zufällig an der Straße zu entdecken waren.
Allgemein mag ich keine dichtbesiedelten Gebiete und vor allem keine Städte.
Ich mag es auch nicht wenn alles überlaufen ist wie häufig in Australien, dort sind mir manchmal völlig unbedeutende Zeltplätze oder Rastplätze irgendwo im Outback viel schöner in Errinnerung geblieben als bedeutende Nationalparks. Richtig unsympatisch war es aber bei weitem nicht und ich möchte irgendwann gerne von Darwin nach Perth fahren, dann auch mit einem Liegerad!