Die Streckenumsicht habe ich natürlich als Grundvoraussetzung angenommen.
Worum es mir geht: Schnellfahren ist (natürlich nur da wo verantwortbar) für die Bremsen zur thermischen Entlastung sinnvoll. Bremsleistung die der Fahrtwind übernimmt, muss keine Bremse leisten. Da der Luftwiderstand umso stärker wirkt, umso schneller man fährt, ist dies hier von Vorteil.
Wo wir uns nicht einig sind: Bedeutet es für die thermische Belastung der Bremse einen Unterschied, ob ich
(1) mit Regulierbremsen eine Geschwindigkeit v halte, oder
(2) ob ich mit klassischem Sägezahnbremsen bis etwas über v beschleunigen lasse, beim Erreiche von v_max stark auf v_min<v abbremse, dann wieder bis v_max ohne Bremsen beschleunigen lasse, dann wieder stark auf v_min abbremse uswusf. und so ebenfalls mit der Durchschnittsgeschwindigkeit v im Tal ankomme?
Man müsste das mal explizit durchrechnen, aber ich sehe nicht, warum Variante (2) gegenüber Variante (1) einen signifikanten Vorteil bieten sollte. (Im Wesentlichen sollte die Durchschnittsgeschwindigkeit v hier die entscheidende Rolle spielen. Sehr langsames v ist genauso unbedenklich wie sehr schnelles v (quasi ohne Bremsen). Dazwischen gibt es eine Geschwindigkeit, wo es am kritischsten ist.)
Ich nehme zur Kenntnis, dass das Sägezahnbremsen bei der Bahn etabliert ist und sehe darin zumindest keinen Nachteil. Der mathematische Vorteil der oszillierenden Geschwindigkeit erschließt sich mir aber auch nicht. Ich habe lediglich gelesen, dass das es einige technische Argumente gibt, die bei der Bahn für die Sägezahnbremsung sprechen. So gibt es dort mehrere Bremszangen, die alle über ein Hydrauliksystem (oder Pneumatik-?) angesteuert werden. Beim Regulierbremsen führt dies dazu, dass in der Praxis wohl oft eine Zange dauerschleift, während andere Zangen gar nicht aktiv sind. Sowas ist einleuchtender Weise nicht sinnvoll. Dann besser hoher Bremsdruck und alle Bremszangen arbeiten und anschließende Abkühlpause für alle Zangen, als die Überhitzung einer Zange durch Regulierbremsen riskieren. Außerdem ist es bei den Hydrauliksystemen der Bahn wohl schwieriger Regulierbremsen durchzuführen, die Bremsen sprechen (zumindest in der Zeit vor der Gummikonkurrenz) eher digital an. Auch dies spricht ganz praktisch eher fürs Sägezahnbremsen. Hab ich da fundamental was falsch verstanden, schafft das ein 10te-Klasse-Abschlussler dies einem Akademiker zu erklären?