Langsam wird es schwierig, das richtige Bremsverhalten in langen Gefällestrecken zu beschreiben.
Ich komme nochmal auf meine Splügenabfahrt zurück. Die hochgelobten XT Scheibenbremsen waren vorne belastet, aber in normaler Funktion. Hinten war diese nicht zu haben. Egal, ob immer wieder leicht gebremst oder mit möglichst lange Abkühlphasen eben stärker gebremst: das Gerät gab die furchterregnedsten Geräusche von sich, wie wenn mir der Almtroll dir Bremsbeläge geklaut hätte. Fading war spürbar, aber nicht kritisch. Dennoch wollte ich so nicht den ganzen Paß runterfahren und habe, wie andernorts beschrieben, zur Wasserflasche gegriffen. Das bracht sofortige Besserung, aber nach nur zwei weiteren Kehren war das System wieder am Rumbrüllen und die nächste Dusche erfolgte.
Unten in der Ebene war anschließend alles völlig unauffällig. Ich habe dann unterwegs Ersatzbeläge eingebaut, weil die dann doch ziemlich verglast waren. Sie waren aber vor Reisebeginn neu und hatten zu Anfang der Abfahrt max 400 km Ebene hinter sich.
Warum ich das erzähle? weil Intervallbremsen mit beiden Bremsen, abwechselndes Bremsen, Laufenlassen und anschließendes Starkbremsen keinerlei Unterschied gemacht haben. Wenn es noch andere Arten zu bremsen gibt, wäre ich dankbar für Hinweise. Ich kann mir in dieser Situation (Dauergefälle 10%, Gewicht 140 kg, Länge 15, dann 10, dann 5 km) aber nichts anderes vorstellen.