Ob die Ruder über Gestänge und Seile oder von Sevomotoren bewegt werden, ist erstmal unerheblich. Die Frage ist, ob derartige Fluglagen mit den menschlichen Sinnesorganen beherrschbar sind. Rechnergesteuerte Hilfen sind in beiden Fällen möglich. Der Verzicht auf mechanische Verbindungen zwischen Bedieneinrichtung und Rudern hat vor allem Massegründe. Auf jeden Fall ist sicher, bei einem Bordnetzausfall bist Du ohne mechanische Ruderverbindungen chancenlos. Du kannst dann nur hoffen, dass dich der Bordrechner beim Auslösen des Schleudersitzes nicht fragt »Sind sie sicher, dass sie jetzt katapultieren wollen?« (Nein-Ja-Abbruch, »nein« voraktiviert).
Nach der Beschreibung ist das Flugzeug übrigens eine Suchoi Su 35 (und hat damit mit Mikojan und Gurjevic nichts zu tun).
Bei der Bremse liegst Du leider daneben. Die Art der Einwirkung hat wiederum nichts mit der Betätigung zu tun. Bei der üblichen Druckluftbremse ist nicht die Stärke des Ziehens am Führerbremsventil maßgebend, sondern die Dauer des Aussrömens der Luft aus der Hauptluftleitung. Es gibt keinen Druckpunkt, nur ein paar Rasthilfen für Füll-, Löse-, Fahr-, Mittel- und Abschlussstellung. Den Rest erledigst Du mit dem Hintern und Blick auf die Bremsmanometer und den Tachometer.
Zumindest bei schnellfahrenden Eisenbahnfahrzeugen ist die Klotzbremse schon eine ganze Weile Geschichte. Solange es möglich ist, wird dynamisch gebremst, den Rest erledigt die selbsttätige Druckluftbremse mit, ich wage es kaum zu schreiben, Bremszangen und -scheiben (die sind dann auch noch innenbelüftet)...
Falk, SchwLAbt