Kritisch bezüglich verziehen ist der Abschreckprozess. Ich bin kein Werkstoffwissenschaftler, aber setzt der schon bei sagen wir 200°C auf 150°C ein? Die Scheibe sollte kontinuierlich benetzt werden, dann erwärmt die sich gar nicht erst bis in den glühenden Bereich. Und verdampfen tut der Sprühnebel auch bei 200°C Scheibentemperatur.
Ach noch was: Das mit dem doppelten Tempo und der vierfachen Energie ist zwar im Prinzip richtig, bezieht sich aber auf Bremsungen in den Stand. Wir reden hier vom Abbau potentieller Energe, die ganz simpel linear mit dem Höhenunterschied zunimmt. Wieviel Wärme die Bremsanlage bei welcher konstanten Abfahrtsgeschwindigkeit verdauen muss, steht in der schon verlinkten Tandemseite. Da gibt es grundsätzlich zwei sichere (für die Bremse) Extreme: Extreme Schleichfahrt, weil da die Bremse enorm viel Zeit bekommt die ihr zugeführte Energie wieder los zu werden. Und halt "Laufen lassen", so dass ausschließlich der Luftwiderstand bremst. Irgendwo dazwischen (abhängig von Steigung, Fahrzeugmasse und Luftwiderstanskoeffizienten des Rades) gibt es eine Geschwindigkeit, wo die thermische Belastung der Bremse maximal wird. Das ist nicht selten ausgerechnet im Wohlfühlbereich zwischen 30 und 50 km/h. Schneller oder langsamer zu fahren, ist dann für die Bremse besser. Es ist also nicht so, dass für die Bremse ein höheres Fahrttempo immer kritischer ist, oft eher im Gegenteil. Kritisch ist das höhere Tempo bezüglich Anhalteweg und Aufheizung der Bremse unter der Vollbremsung. Aber in aller Regel reichen dazu die Reserven immer aus, die Dauerbremserei ist das eigentliche Problem.