Ich zelte immer wild, und meistens nicht versteckt (hab nichts zu verbergen) aber "unsichtbar". Es kam aber auch schon vor dass wir mitten auf einem polnischen Stoppelacker gezeltet haben, da ist dann tatsächlich in der Dämmerung ein verträumter Hase ins Zelt gehoppelt.
Gesehen wurden wir oft, meistens (in arabischen Ländern) folgt eine Einladung, die öfters lästig ist, weil nix mehr mit Nachtruhe und früh los. Auch in D gab es schon nette Kontakte, u.a. zu einem Jäger in Mecklenburg, der uns einen Teil seiner Jagdbeute versprach.
Ärger gab es dreimal, davon war in zwei fällen die rechtliche Lage klar:
1. im April 1994 in Algerien, es herrschte strikte Ausgangssperre, die Gendarmerie hat uns dann per LKW in ein Hotel verfrachtet (aber netterweise nicht erschossen).
2. Im Nationalpark Berchtesgaden, mitten auf einem Jagdpfad (das war die einzige ebene Stelle im Steilgelände, hier waren wir zu Fuß, nicht mit dem Rad unterwegs). Der Jäger hat uns höflich eine angemessene Frist zum verschwinden gesetzt - 100 m weiter haben wir dann auf dem Truppenübungsplatz das Zelt wieder aufgestellt (nach einem Tag Erdarbeiten und Stützmauerbau). Auf einem TrÜPl ist das übrigens nicht nur eine Ordnungswidrigkeit - nur wird man da im Hochgebirge nie erwischt.
Also da war einfach beides mal klar, dass wir da nichts verloren hatten.
3. In Bolivien (Hochland). alles zersiedelt und keine ruhige Stelle gefunden, wir wollten an Häusern fragen, haben aber niemand angetroffen. Stunden später kam dann jemand und wollte Geld, das Gelände gehöre irgendeiner Gesellschaft.Den niedrigen Betrag hat er gegen Quittung bekommen, aber gut geschlafen haben wir nicht mehr.
Bezogen auf viele hundert wilde Übernachtungen weltweit finde ich das keine hohe "Ärger-quote". In D ist es sowieso völlig unkompliziert, den größten Respekt habe ich vor Wildschweinen, den zweitgrößten vor Betrunkenen.
Wir sind auch öfters zu Pferd unterwegs, hier muss man fragen, weil es auf jeden Fall Trittschäden gibt, dazu braucht man größere Mengen Wasser und das Gras ist morgens viel kürzer als noch am Abend zuvor. Deutschland ist erstaunlich gastfreundlich, wenn man nett fragt.