Liebe Bikefreaks,

es ist geschafft – wir haben unsere Räder am 06.06.2006 bei unserem Händler abgeholt. schmunzel schmunzel schmunzel Was soll ich sagen: wir waren vom Anblick begeistert und kamen uns vor wie jemand, der seinen Säugling aus der Klinik abholt (waren auch seit dem Besuch bei M. Pallesen im Herbst 2005 ca. 9 Monate schmunzel ).

Leider hatte ich gleich darauf eine 3-tägige Dienstreise (Mario hat ja über die Terminlage informiert – herzlichen Dank, Mario). Heute war die große „Probefahrt“. Und nun ist es mir eine besondere Freude, in diesem Forum, in dem wir so unendlich viele Informationen, Tips, Erfahrungen und Empfehlungen bekommen habe, über den Stand der Dinge zu berichten. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Forumsmitgliedern, die uns mit ihren vielfältigen und sachkundigen Beiträgen so lange begleitet und geholfen haben, ganz herzlich bedanken.

Der Stand der Dinge bzw. die Erfahrungen der letzten Tage sind wie folgt:

Kurzzusammenfassung:
Rahmenbau M. Pallesen:
absolut tadellos – ein optischer wie technischer Genuß – passen wie angegossen.

Technischer Aufbau örtlicher Händler:
im wesentlichen ok – allerdings bis auf äußerst ärgerliche Schnitzer (z.B. Abschleifen Kurbel statt Einsetzen eines Tretlagers mit längerer Achse– ach so: konnte ich leider nicht mehr rückgängig machen – war schon passiert), über die ich ja bereits ausführlich berichtet habe.

„Fahrgefühl“ (nach ca. 2-3 Std.):
sehr angenehm / vom Feinsten. Wir sind bzgl. der Fahrräder selbst außerordentlich glücklich und haben dieses unbeschreibliche Gefühl die letzten Tage wie eine Droge auf uns einwirken lassen. schmunzel

Service-Qualität Händler : aus unserer Sicht stark verbesserungswürdig.

Zum Rahmenbau:
Ich bin heilfroh, dass wir uns speziell die Option „fillet brazed“ gegönnt haben. Sieht einfach himmlisch aus. Auch mit den Farben (milanorot, galaxie-gelb) sind wir sehr glücklich. Lustigerweise neidet Evi mir meine Farbe (gelb) und ich ihr das „milanorot“.:) M. Pallesen hat es auch hingebracht, das Tretlagegehäuse – wie gewünscht – etwas tiefer zu legen. Ist wirklich ein Genuss, die auf Basis dieser Rahmen aufgebauten Räder anzuschauen.

Zum technischen Aufbau:
Detailauflistung Komponenten siehe in einem der vorhergehenden Postings zu diesem Thread.

Die eigenartige Diskussion zum „Batterierücklicht“ und die Sache mit der abgeschliffenen Stronglight-Kurbel sind ja aus obigen Beiträgen wohlbekannt. Könnte mir bzgl. der Kurbel immer noch die Haare raufen, dass ich da zugestimmt habe. Aber naja – fällt von außen zum Glück praktisch nicht auf und das Material ist an dieser Stelle auch derartig dick, dass ich nicht befürchte, die Kurbel könnte deswegen dort abbrechen. Der Händler hat laut eigenen Angaben ein 113 mm-Tretlager eingebaut (Vorgabe Stronglight: 118 mm). Werde da nochmal Detailanalysen machen. Irgendwie scheint mir nämlich der Pedalabstand sehr knapp zu sein, weil die Kurbel ohnehin kaum gekröpft ist und einen sehr kleinen Q-Faktor hat. Man sagt ja immer „je kleiner der Pedalabstand umso besser“. Gibt es da aber nicht auch irgendwo eine Grenze in der anderen Richtung (spätestens wenn man nicht mit X- sondern mit O-Beinen daher fährt schmunzel). Der kleinste Abstand Kurbel-Kettenstrebe scheint mir auch nach der Abschleifaktion immer noch nur bei geschätzt ca. 1,5-2 mm zu liegen (am Ende hat die vor dem Abschleifen völlig blockiert schmunzel). Würdet Ihr da bei der gegebenen Gesamtsituation ein längeres Tretlager einbauen lassen oder erst einmal abwarten?

Die auf mein Drängen zustande gekommene Rücklicht-Verkabelung gefällt mir technisch sehr gut: Nicht die übliche zweiadrige Verkabelung mit Doppellitze, sondern eine Koax-Verkabelung (einadriges Mikrofonkabel). Ist zwar an den Anschlüssen etwas fummelig, da das Außengeflecht mit einem Schrumpfschlauch zu überziehen ist, Kabelschuhe angekrimpt werden müssen usw. Technisch gefällt mir aber der Aspekt, dass ein (natürlich nicht völlig extremes) Aufscheuern des Kabels i.d. Regel sehr unproblematisch ist, weil ja da nur Masse von Masse berührt wird. Der Händler hat sich allerdings den Mehraufwand prompt mit 25 EUR je Rad vergüten lassen (hätte man bei Rädern dieser Preisklasse wohl auch anders handhaben können).

Der Schlag hat mich ja bei der Übergabe getroffen als sich herausstellte, dass die vorgesehene Parallelogramm-Sattelstütze „CaneCreek Thudbuster LT“ wegen ca. 2 fehlenden cm bei mir nicht einsetzbar war (gerade auf die hatte ich mich sehr gefreut – bei Evi klappt es). Die Thudbuster LT baut bekanntlich außerordentlich hoch. Schon M. Pallesen hat seinerzeit darauf hingewiesen, dass dies extrem knapp wird, weil er aus verschiedenen Gründen das Sattelrohr nicht beliebig kurz machen kann. Jetzt ist es halt so eingetroffen. traurig Dafür kann selbstverständlich der Händler nichts. Er hat mir dann die „Gold Tom“ von Sitting Bull empfohlen (vertikal gefedert und ölgedämpft), die mir bislang ganz angenehm vorkommt. Gibt es mit dieser Stütze Erfahrungen?

Dann hatte ich noch „Alarmstufe rot“, als ich auf der aktualisierten Auftragsbestätigung plötzlich bei den Hinterrad-Speichen (Rohloff-Nabe) 240 mm-Speichen aufgeführt sah. In den Rohloff-Tabellen sowie auch gem. DT Swiss-Speichenrechner sind nämlich 236 mm-Speichen nötig. *Das* hätte ich nach der Vorgeschichte unter keinen Umständen mehr toleriert. Der Nippel käme ja u.U. an die Grenze des Speichengewindes (oder drüber raus) und die damit verbundene erhöhte Wahrscheinlichkeit von Speichenbrüchen hätte ich nun ganz bestimmt nicht mehr auf meine Schulter genommen. Als ich das zuhause entdeckt hatte, war selbstverständlich mein erster Akt am neu erworbenen Rad, den Patienten gründlich daraufhin zu untersuchen.:) Also Hinterrrad ausgebaut, Reifen/Schlauch ab und unter das Felgenband mit Lupe und besonderer Beleuchtung geschaut (in finsterer Nacht schmunzel). Dazu den Klang der Speichen beim Anschlagen geprüft, die Speichenspannung mit den Fingern durch Zusammenquetschen grob gepeilt mit dem Ergebnis „Fehlalarm“. Hatte sich als Schreibfehler herausgestellt.

Zur Service-Qualität Händler:
Ohne den ohnehin schon langen Beitrag mit unzähligen Detailgeschehnissen überfrachten zu wollen – so viel sei gesagt: aus unserer Sicht stellt sich die Service-Qualität wegen einer nicht enden wollenden Serie von Einzelereignissen a la „Service-Wüste Deutschland“ als sehr verbesserungswürdig dar. Aus Platzgründen und weil dies vielleicht nicht jedermann gleichermaßen interessiert, einige Details dazu in einem nachfolgenden Posting. Das kann aber unsere riesige Freude kein bischen mindern. schmunzel

Sonstiges:
Übrigens scheine ich einen gut geigneten Brooks-A.... zu haben. Ob Ihr es glaubt oder nicht - habe mich recht wohl drauf gefühlt. Drückt nichts, tut nichts weh. Wie gesagt steht natürlich die Langsteckenprobe noch aus. Habe ihn lediglich von unten her eingefettet was das Zeug hält und von oben auch noch leicht. Von unten sanft geföhnt, damit das Proofide gut einzieht.

Evi hatte mit ihrem Damen-Sattel „Sella Italia FLX Trans AM“ erhebliche Probleme. Sie probiert jetzt mal den neuen SQ-lab „602 Ergolux,“ bei dem man ja neuerdings sowohl die Elastomere wie auch den „Flexring“ in 3 Härtestufen über den Einbau von mitgelieferten Alternativkomponenten selbst verändern kann. Außerdem ist der Sattel neuerdings in 3 Breiten (14, 15, 16 cm) erhältlich. Außerdem wird sie auch mal den „Terry Liberator Gel Women“ ausprobieren.

Zusammenfassend können wir sagen: Man ist einfach überwältigt - schleicht um die Räder herum und ist wie im 7. Himmel. Ein richtiger Trance-Zustand. Natürlich kümmern wir uns jetzt noch einige Zeit um einige Feineinstellungen etc. Aber das macht ja gerade so Spaß.

Hallo Mario: Habe heute von beiden Rädern ca. 200 Bilder geschossen. schmunzel Schicke Dir in Kürze (wahrscheinlich Sonntag) mal die brauchbaren davon zu, zwecks Einbau von einigen davon in „Meine Räder ..“ schmunzel

Herzliche Grüße
Robert