In Antwort auf: HyS
... in der Regel ist die Standardkettenschaltung bei uns inzwischen sehr kompliziert mit geringsten Toleranzen und damit das Gegenteil von von "herrlich primitiv".


Enge Toleranzen und Primitivität sind kein Gegensatzpaar. Ein Endmaßkasten ist z.B. das primitivste aller denkbaren Längenmeßmittel, aber dennoch extrem aufwendig zu fertigen. Eine Kettenschaltung ist primitiv, weil ihr Funktionsprinzip primitiv und unmittelbar zu durchschauen ist. Jeder Fehler daran ist sofort offensichtlich und mit etwas Improvisationstalent jederzeit zu beheben oder zu umgehen. Wenn ein Ritzel kaputt ist, dann bleiben eben noch acht weitere verwendbar und davon geht die Welt nicht unter. Wenn hinten garnix mehr geht, dann bleiben immer noch drei Gänge und 200% Getriebespanne, mit denen man zur Not klarkommen kann. Wenn man das komplette Schaltwerk amputieren muß, kürzt man eben die Kette und steht immer noch nicht endgültig. Wenn hingegen in einem Naben- oder Tretlagergetriebe mal der erste Zahn rumpurzelt, guckt man in die Röhre.