Jeder ist seines eigenen Fahrrades Dorfschmied!
Will sagen, die jeweils beste Lösung ist eine Abwägungssache, je nach eigenen persönlichen Schrauberfähigkeiten. Keep it simple ist der richtige Ansatz, wenn diese simple Technik dazu führt, daß man selbst in der Lage ist, sich zu helfen. Ist man das nicht, ist man womöglich besser beraten, eine aufwendigere Technik zu wählen, die dafür vorraussichtlich überhaupt nicht erst ausfällt.
Beispiel Kettenschaltung: Herrlich primitiv und auf der ganzen Welt verfügbar. Aber Kummer ist damit vorprogrammiert und wenn ich selbst nicht in der Lage bin, sie zu warten, einzustellen oder zu reparieren, ist eine Pinion oder Rohloff die klar bessere Wahl.
Theoretisch richtig, nur das Beispiel Kettenschaltung stimmt eben schon sehr lange nicht mehr, denn in der Regel ist die Standardkettenschaltung bei uns inzwischen sehr kompliziert mit geringsten Toleranzen und damit das Gegenteil von von "herrlich primitiv". Ersatzteile sind in vielen Teilen der Welt dafür passend nicht erhältlich, darauf weise ich schon seit über 10 Jahren hin!
Erst wenn man von den hier gebräuchlichen Teilen abweicht und eine bewußt simple wählt, mit all ihren Nachteilen und fehlendem Komfort, wie z.B. fehlender Indexierung und simpelstem Daumenhebel, etc., dann könnte man von einfach sprechen.
Bei Schaltungen passt dieser Ansatz wirklich nicht mehr, anders sehe ich das bei der Bremse: eine simple V-Bremse ist zwar auch klar schlechter als eine Scheibenbremse, aber die Nachteile sind nicht so drastisch und man bremst bei weitem nicht so viel wie man schaltet.