... in der Regel ist die Standardkettenschaltung bei uns inzwischen sehr kompliziert mit geringsten Toleranzen und damit das Gegenteil von von "herrlich primitiv".
Enge Toleranzen und Primitivität sind kein Gegensatzpaar. ... Eine Kettenschaltung ist primitiv, weil ihr Funktionsprinzip primitiv und unmittelbar zu durchschauen ist. Jeder Fehler daran ist sofort offensichtlich und mit etwas Improvisationstalent jederzeit zu beheben oder zu umgehen.
Schlichtweg falsche Behauptung.
Noe, schlichtweg RICHTIGE - kann man als Kettenschaltungsfahrer besser beurteilen als als Rohloffist

!
Wenn ein Schalthebel oder noch schlimmer ein Bremsschalthebel kaputtgeht, dann schaltet nichts mehr.
Das stimmt schon nicht so ganz: Selbst wenn der Hebel unrettbar kaputt geht, kannst Du natuerlich den Schaltzug anderweitig in beliebigen Positionen fixieren und so - wenn auch sehr mühsam - die Entfaltung variieren. Auch kannst Du - ganz ohne Schaltzug mit den Zugbegrenzungsschrauben einige Gänge wechseln. Schliesslich kann schon ein in das HR-Schaltwerk geschobenes Stöckchen dasselbe in 2 unterschiedlichen Positionen fixieren. Aber das ist GRAUEW Theorie: Das ein Schalthebel unrettbar kaputtgeht ist - mit Ausnehme vielleicht von RennSTIs - extrem selten, eher lässt die Präzision nach. Das ist wiederum ärgerlich, aber kein akutes Problem. Da laesst sich viel mit Einstellen retten.
ann brauchst du einen neuen und den bekommst du nicht so einfach.
Stimmt auch wieder nicht: Im Gegensatz zu einem Rohloffschaltgriff, den Du außerhalb von Mitteleuropa vermutlich LANGE suchen musst

kannst Du bei einer Kettenschaltung in JEDEM Baumarkt für etwas behelfsmässiges fündig werden. Auch alte Thumbies an 3. Welt Schrotto-MTB helfen weiter.
Schon wenn die Schaltpräzision abnimmt besteht die Gefahr sich zu verschalten und damit wesentliche Teile des Rades zu zerstören, Beispiele:
Bsp1 Bsp2 Noe, dass sind typische Defekte einer FALSCH eingestellten Schaltung und hat nix mit "verschalten" zu tun. Und ist sie falsch eingestellt, dann hält auch eine Nabenschaltung nicht lange.
Ich finde, dass Deine Betrachtungsweise nicht von aktueller Langstreckenerfahrung mt Kettenschaltungen zeugt. Es ist keine Frage, dass eine korrekt eingestellte Rohloff auf einer Langstreckenreise ein quasi unverwüstliches und warungsfreies Bauteil sein kann - optimal für Leute, die einfach gern Reisen und sich möglichst wenig mit Technik beschäftigen wollen. Kein Problem.
Mit einem Mindestmass an Improvisationstalent geht es aber auch gut einige Stufen einfacher (und billicher, auch wenn das hier im Forum nicht SO relevant scheint

) : Die EINFACHER und modularer aufgebaute Kettenschaltung bietet - bei höherer Empfindlichkeit und höherem Wartungsaufwand

- sicher die besseren Chancen, unterwegs SCHNELL wieder "flott" zu werden, ohne eine Wo bis einen Monat auf eine Kurierpäckchen mit neuer Nabe warten zu müssen.
DAS ist natuerlich Geschmacksache.