Jepp. Der korrekte Zusammenhang ist, wenn ich mich recht erinnere, dass Verzögerungskraft und Schwerkraft am Schwerpunkt angreifen und so zu einem virtuellen, dynamischen Schwerpunkt führen.
Kein virtueller Schwerpunkt. Die Bremsverzögerung und die Schwerkraft greifen im Schwerpunkt an. Je größer die Bremsverzögerung desto stärker wird das HR entlastet, bzw. steigt es irgendwann. Ab einem gewissen Wert steigt es, bzw. unter dem Wert hält es die Höhe oder sinkt es, weil die Schwerkraft wieder wichtiger wird.
Das heisst, wenn das HR gehoben ist, kann man den Steigvorgang jederzeit unterbrechen, bzw. es auch wieder absinken lassen. Erst wenn es soweit gehoben ist, dass der Schwerpunkt über dem VR ist, kippt das Fahrrad selbstständig nach vorne, auch wenn man die Bremse wieder löst. Solange man das Steigen des HR beendet, solange der Schwerpunkt noch hinter dem VR liegt, hat man kein Problem (der Schwerpunkt liegt hinter dem VR, in der Seitenansicht, die komplette Belastung liegt aber schon auf dem VR).
Beim Heben des Schwerpunkts deponiert man aber Energie (Lageenergie, potentielle Energie), diese entzieht man der Bewegung und kann deshalb kurzfristig stärker abbremsen. Halt den Zeitraum wo man das HR kontrolliert steigen lässt.
Je tiefer der Schwerpunkt des Fahrrads in Bezug zum VR-Aufstandspunkt, desto weiter kann das HR steigen, bevor der Schwerpunkt über dem VR liegt, bevor es also selbstständig nach vorne weiterkippt, und desto stärker kann man abbremsen, bevor das HR üerhaupt mit Steigen beginnt.
EDIT: Wenn mein HR sich nur 1cm weit hebt, ist doch mein Schwerpunkt noch nicht über dem VR, sondern die Einleitung der Gewichts- und Bremsverzögerungskräfte geschieht in dem Augenblick komplett übers VR. Die Schwerpunktlage ist noch nahezu unverändert. Die verändert sich erst, wenn ich das Fahrrad weiter steigen lasse. Aber solange der Schwerpunkt hinter dem VR bleibt, kippt es immer wieder zu Boden, wenn ich die Bremse öffne (auf den Grenzwert, den du sowieso einhältst, ich war aber paar Augenblicke stärker gebremst). Erst wenn der Schwerpunkt über dem VR ist, kippt es selbstständig nach vorne weiter.
EDIT2: Wenn ich die Bremse soweit lockern müsste, dass das HR wieder zu Boden sinken würde, hätte ich sicher nen längeren Bremsweg, aber ich reduziere dann ja nur auf einen Wert, der das HR am weitersteigen behindert, und lasse es bis zum Ende des Bremsvorgangs auf der Höhe. Dieser Wert ist ja genau der Wert den man nicht überschreitet, wenn das HR am Boden bleiben soll. Insofern bin ich paar augenblicke über dem Wert, deponiere etwas Energie ins Heben des Schwerpunkt, und gewinne paar dezimeter.
Den Vergleich könnteste nur auf einem maschinellen Prüfstand sauber durchführen.