Matthias, ich schätze i.d.R. Deine Beiträge, aber den finde ich unsachlich und polemisch. Wenn da Ironie und Satire drinstecken, dann finde ich sie nicht.
Ich finde die ganze Diskussion ja mal wieder typisch, wie sie auch beim deutschen Auto (Airbag, Knautschzonenwerkstoff, ABS usw.) gerne abläuft: Nicht das Verhalten (Prävention, einsichtiges und soziales Verhalten, fundierte Risikoabwägung) steht im Vordergrund, sondern die Immer-überall-Rettbarkeit durch Technik.
Damit hast Du prinzipiell erst mal recht....
Die Forever-Life-Kaskoversicherung als Scheckkartenchip in der Hosentasche.
...vom Mitführen eines Handys jedoch gleich darauf zu schließen, finde ich trotzdem ziemlich weit hergeholt.
Wenn ich als sportlich aktiver Radler in so viele Notsituationen kommen würde, sollte ich mir Gedanken machen. Über meinen Stil des Radfahrens, über meine Selbstüberschätzung.
Zustimmung.
Ich wundere mich auch, wenn hier was von "ein Notruf alle drei Jahre" geschrieben wird.
In meinen fast 13 Jahren des Radreisens (Tagestouren eingeschlossen) habe ich für mich noch keine Notsituation erlebt, die ein Handy erfordert hat. [{zitat]
Zwischen "Handy erfordern" und "Handy ist praktisch und vereinfacht Sachen" liegt noch ziemlich viel Spielraum.

[zitat=veloträumer](Mitte 1990er Jahre). Genügend Menschen umher (Telefone, Taxifunk, sogar das Krankenhaus war in Laufweite). Nur deswegen, dass ein Mobilgerät heute bei fast jedem in der Tasche steckt, ist es nicht zwingend erforderlich. Die Alternativen werden ja meistens gar nicht mehr erwogen - der Zeitvorteil wird weit überschätzt.
Da möchte ich gern mal genauer nachhaken. Du redest von Alternativen. Die mag es Mitte der 1990er noch in größerer Zahl gegeben haben. Aber gerade weil die Handys so verbreitet sind, werden Alternativen so nach und nach abgebaut. Dazu gehört auch, dass eben bei vielen Vermitungen bloß noch eine Nummer dransteht, die man anrufen muss. Weit und breit natürlich keine Telefonzelle in Sicht.
Ich sage nicht, dass man das gutheißen muss. Aber das sind nun mal einfach eine Realität, die man anerkennen muss und die nicht wegzudiskutieren ist. Ich bin da auch nicht wirklich glücklich drüber. Ich kenne auch noch die Zeiten, in denen ich ohne Handy mit dem Rad in der (damals noch) Tschechoslowakei rumgefahren bin, und ich mich zur Unterkunftssuche mit meinem schlechten Tschechisch durchfrage musste. Das war lustig.
Trotzdem finde ich es praktisch, das Handy mitzunehmen. So schwer ist das ja nun auch nicht. Und ob und wie ich es benutze, ist letzten Endes meine Sache. Meistens ist es eh aus. Aber ich behaupte keineswegs, dass es ohne Handy nicht geht.
Nervig finde ich dieses sich-melden-müssen. Früher konnte ich einfach sagen "da war kein Telefon" und gut. Heute zieht das Argument leider nicht mehr.

Das wäre eher für mich ein Grund, das Handy zu Hause zu lassen.
Zur Not wäre ich auch ohne diese Hilfe zurecht gekommen, wenn auch weniger angenehm.
Siehste, und da muss jeder selbst entscheiden, was ihm lieber ist.
Eine Unfallsituation eines Mitradlers war mal prekär .... Funklochs. ... Hochtechnolgieregion BaWü
etc. pp.
.... in der fernen Wüste von Skorpionen in den Todeskampf gezwungen, von einem zufällig erscheinenden Kameltreiber sofort per Mobilknochen und mittels Rettungshubschrauber wiederbelebt werde. ...
Das ist genauso weit an dern Haaren herbeigezogen, wie die zufällige Rettung von Bergwanderern wegen eines beleuchteten Displays.

Gruß
Thoralf