Was ich aber auch sagen wollte, und das hat nix mit Glauben zu tun (Du hast den Satz, in dem ich "glaube" verwendet habe, sowieso (mir scheint mit Absicht) mißinterpretiert), die Formeln und physikalischen Überlegungen sind oft nicht so einfach, oft vergißt man einfach was.
Ich hatte z.B. mal mit einem versierten und ambitionierten Freizeit-Rennradfahrer die Frage diskutiert, ob es denn im Flachland soviel bringt, wenn das Rennrad 1kg leichter ist. Der liest seit Jahrzehnten die Rennradzeitung Tour, ist Naturwissenschaftler und befasst sich recht intensiv mit Rennradsport, redet sicherlich auch auf Amateur-Wettkämpfen mit anderen Experten.
Seine Antwort war: Doch, weniger Rennrad- (und natürlich auch Körper-)gewicht bringt auch im Flachland etwas, weil man nicht konstant fährt, sondern ständig nachlässt und dann wieder beschleunigt. Und beim Beschleunigen spielt dann Masse natürlich eine Rolle. Und damit war jetzt nicht die rote Ampel gemeint, sondern dass man auch auf einer ebenen glatten Asphaltstraße ohne Hindernisse nicht konstant fährt.

An dieses Nicht-Konstant-Fahren hatte ich bei meinen Überlegungen auch nicht gedacht. Dann hab ich mich mal selbst beim Radtraining beobachtet und gemerkt, dass er recht hatte. Und das wähle ich nur mal als Beispiel, dass häufig bei solchen Berechnungen Einflüsse vergessen werden, oder auch zu komplex sind, um in einfachen Formeln Berücksichtigung zu finden.

Und zu der hier häufig geäußerten Ansicht, dass ich mit meinem Gewichtsminimierungswahn nicht in dieses Forum passe: Ich mache ja auch Mehrtagesradtouren (der Begriff gefällt mir besser als Radreise), und lege dabei sogar 'ne ganze Menge Kilometer zurück. Bin also auch schon ein bisschen herumgekommen. Warum passe ich dann nicht in dieses Forum? Wieso ist Kilometerfressen nicht auch Radreisen? Ist es nicht eine etwas zu eng gefasste Definition, dass Radreisen nur gemächliches Radfahren mit sehr viel Gepäck ist? Ich hab halt nicht so viel Urlaub übrig, dass ich 4 Wochen lang durch Europa radeln kann. Ich will in der einen Woche, die ich vielleicht mal spontan frei hab, auch ein bißchen rumkommen, und das geht eben nur mit Kilometerfressen. Und für dieses Kilometerfressen, wenn man gleichzeitig verkehrsarm oder -frei unterwegs sein will, braucht man gute digitale Navigationskenntnisse. Die ich in diesem Forum gelernt habe, und die man vermutlich nur in diesem Forum so gut lernen kann. Vor allem deswegen bin ich in diesem Forum. Und auf meine Zeltfrage hab ich ja auch gleich am Anfang eine superkompetente Antwort und dann auch noch weitere sehr sehr brauchbare Hinweise bekommen.
Und ich hab hier in diesem Forum auch schon andere Beiträge gelesen, wo andere noch ganz andere Strecken zurückgelegt hatten, wo es eher um 250km oder gar 300 km ging, und das auch noch in Kombination mit etlichen Höhenmetern. Im Vergleich bin ich da eher ein Kilometer-Schleicher. Für mich ist leicht unterwegs sein auch eine Frage der Gesundheit. Ich glaub, mit einem schwerbepackten schweren Rad überlastet man sich schnell mal. Und das dann vielleicht auch dauerhaft (also man zieht sich Schäden zu). Hier lasse ich aber das "ich glaub" mal bewußt stehen, denn dafür möchte ich keinen Beweis erbringen müssen. Ich glaub einfach, das ist so.
Viele Grüße Christoph