Hallo Christine, ja, das sind auch genau die Gedanken, die ich habe. Wo will man eigentlich zelten, wenn mal kein Hotel auf der Strecke liegt. Ich nehme an, Deine Abkürzung CP heißt Campingplatz?
Ich habe auch mal flüchtig auf Googlemaps nach Camping Plätzen geguckt. Du hast völlig recht, Campingplätze gibt es in manchen Regionen eher noch seltener als Hotels.

Auf Dusche könnte ich mal eine Nacht verzichten, aber alles andere, da hast Du recht, das ist alles schwierig. Etwas essen nach einer langen Radtour wäre schon nicht schlecht, sonst kann ich vielleicht wegen Hunger nicht schlafen. Also noch irgendwo schnell einen Döner reinstopfen, dann 'ne geeignete Stelle finden und Zelt aufbauen. Aber dann könnte es schon dunkel sein. Also muss auch noch 'ne Stirnlampe mit. Wird es schon wieder schwerer. Und der gepflegte Rasen wird es dann auch nicht immer sein. Also muss auch noch eine stichfeste Unterlage mit. Auch wieder mehr Gewicht. Und Trinken muss man ja auch noch. Ich fahre nur mit einer Flasche, die könnte ja in dem Fall auch grad leer sein, also muss ich auch noch nach Wasser suchen und es wird noch später. Über so etwas denke ich auch nach, und habe tatsächlich ziemliche Zweifel, ob das Konzept "Notzelt" hinhaut.

Akku- oder Nabendynamo-Lichtanlage will ich aber auch nicht mitschleppen nur für den extrem seltenen Fall, dass was schief geht.

Meine Gedanken gehen dann regelmäßig dahin, was mache ich, wenn es wirklich mal schief geht. In Deutschland bzw. generell Europa stirbt man ja in einer Sommernacht nicht gleich, zur Not ruft man die Polizei an. Ich könnte bis zum Morgengrauen weiterlaufen, damit mir nicht zu kalt wird, ich könnte versuchen, auf der Landstraße langsam ohne Licht zu rollen (da man da nicht schnell fahren sollte, könnte einem aber kalt werden, es könnte auch langsam gefährlich sein, wenn man den Igel nicht sieht, der über die Straße trippelt). Ich könnte das bisschen, was ich an Klamotten mithabe (viel ist es nicht) übereinanderziehen und mich in eine Bushaltestelle legen, vermutlich gibt es noch mehr Optionen. Die gute alte Scheune mit viel Stroh, die gibt es ja wohl eher nur noch in irgendwelchen alten Heimatfilmen. Und nicht selten (grad im Osten) gibt es auf Landwirtschaftsbetrieben den extrem furchterweckenden Hofhund.

Am ehesten bleiben meine Gedanken dann immer bei dem Thema Taxi hängen. Mein Gravelbike ist quasi fast ein Rennrad, es hat keine Schutzbleche, keine Gepäckträger, auch keine superdicken Reifen, hat also trotz großer Rahmenhöhe ein recht kleines Maß, wenn man Sattelstütze rauszieht und ein oder zwei Laufräder ausspannt. Ich hörte von einem Fall in Mecklenburg, wo das Taxi-Unternehmen tatsächlich ein E-Bike (nach einem Unfall) mitgenommen hat. Die haben da aber hinten einen Radträger ranmontiert. Meinen Carbonrahmen möchte ich aber nicht gern in sowas eingespannt sehen, das hält er vielleicht nicht aus. Also kann ich nur hoffen, dass ich ein Kombi-Taxi finde, oder ein Großraum-Taxi, oder eine Limousine mit großem leeren Kofferraum. Meine Erfahrung mit Taxis ist allerdings, dass die oft einen Haufen Prüll im Kofferraum haben, aber das kann man ja vielleicht alles vorher am Telefon abklären. Denkbar wäre auch, das Rad im Wald zu verstecken, Taxi zum Hotel und am nächsten Tag Taxi wieder zurück zum Wald.

Das Ganze kostet natürlich Geld. Wie auch das teure Hotel, wo man häufig landet, wenn man es so betreibt wie ich, weil einem die teuren Hotels abends 19 Uhr am ehesten auffallen, wenn sie an der Strecke liegen.

Ja, Du hast recht, der Winter ist die Zeit, über all so was mal nachzudenken. Kann gut sein, dass ich das Leichtzelt plus Bike-Packing-Taschen plus Leichtmatte doch nicht kaufe, und einfach wieder ohne alles, nur mit dicker Brieftasche (die ich so eigentlich auch nicht habe) losradle....
Viele Grüße Christoph