Rahmenflattern als Qualitätsmerkmal... Sehr coole Interpretation.
Das ist eine Fehlinterpretation und wurde so nicht gesagt.
Ich hab' das schon verstanden. Deswegen auch der Smiley. Ich habe aber die in meinem zweiten Satz erwähnte Erfahrung, die Du hier nicht zitiert hast, nach einem Fahrradkauf leider wirklich machen müssen.
Richtig ist, dass Hersteller, die konsequenten, teuren Leichtbau betreiben, eher von Flatter- und Schwingungsproblemen betroffen sind, als simple, schwere Massenware.
Sorry, aber das sehe ich absolut nicht so. Wenn ich ein Fahrrad kaufe, das mir als stabiles und belastbares Reiserad mit einem sehr steifen Rahmen verkauft wird, dann erwarte ich auch, dass das Teil nicht flattert und dass der Rahmen sich nicht bei der kleinsten Unebenheit im Straßenbelag verwindet. Vor allen Dingen sehe ich das so, wenn das Fahrrad ein Vielfaches von dem kostet, was so durchschnittlich hier in D über die Ladentheke gereicht wird, wenn beim Fahrradhändler ein Rad gekauft wird. Ausserdem würde ich das betreffende Rad mit über 16 kg Kataloggewicht nicht als Leichtbau bezeichnen.
Flatter- und Schwingungsprobleme nehmen zu: mit geringerer Masse der Bauteile, dünneren Wandungsstärken,
Letzteres kann ich im Prinzip bestätigen, da das wohl genau das Problem des oben erwähnten Rades war.
geringerem Rohrdurchmesser (klassischer Stahlrahmen),
Das wiederum kann ich nicht bestätigen. Ich habe noch ein altes Schätzchen (KTM-Trekkingrad von 1990 mit den guten, alten Mannesmann 25CrMo4-Wasserrohren), das zwar vom Rahmen her nach heutigen Maßstäben ziemlich weich ist, aber keinerlei Flatterprobleme hat, weder beladen noch unbeladen. Freunde, mit denen ich früher oft auf Tour war, und die auch noch so ähnliche Schätzchen haben, hatten/haben mit denen auch keine Probleme. Zugegebenermaßen handelt es sich aber um wenige Räder, die Erfahrungen dürften also nicht allgemeingültig sein.
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Natürlich kann man als Kunde erwarten, dass die Fuhre trotzdem ruhig bleibt, aber alles hat Grenzen.
Ist klar. Man sollte aber schon bekommen, was im Prospekt versprochen wurde.
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Vernünftigerweise sollte man einfach testen, bis zu welcher Zuladung und Geschwindigkeit das Rad ohne Resonanzschwingungen rollt. Wenn es Probleme gibt, wie beschrieben die Lastverteilung ändern. Wenn das nicht hilft, eventuell einen etwas breiteren Lenker probieren. Ansonsten muss man damit leben und notfalls langsamer fahren oder das Gepäck reduzieren.
Da bin ich wiederum anderer Meinung: Wenn ein wie oben angepriesenes Rad schon bei minimalster Beladung (ca. 4kg) und bei 20 km/h anfängt zu flattern, dann entspricht das nicht ganz dem, was ich erwarten würde. Noch langsamer fahren und noch weniger Beladung geht nun wirklich nicht, da ich das für nicht wirklich alltagstauglich halte. Wenn es heute möglich ist, ein 8kg-Rennrad mit einer Steifigkeit von über 130Nm/° Auslenkung im Lenkkopf zu bauen, dann sollte das bei einem Reiserad von deutlich über 16 kg auch gehen, oder?
Grüße,
hawiro