Weil ein kleines Solarpaneel auf einem Rennrad ohne Gepäckträger und breite Taschen drauf schwierig zu platzieren wäre. So ein Ding brauch selbst in kompakter Ausführung ja auch etwas Platz und der wäre nicht vorhanden. Da die meisten Sonnenstunden über gefahren werden soll, bietet sich der Dynamo sofort an. Der spätere Gebrauch des Rades im Alltag fördert zudem den Wunsch gleich einen Nabendynamo einzuspeichen. Lediglich die Taschenanordnung wäre vor allem dem Rücklicht im Weg, weshalb ich die Lichtanlage erst nachträglich ergänzen würde. Im Hochsommer ist Licht nicht so wichtig. Ich will auch nirgendwo einkehren, daher wird es nicht dazu kommen, in der Dämmerung noch ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Einfach ab in die nächste Wiese und das Biwak (Schlafsack mit Wetterschutzüberzug) entfalten. Solch ein Nachtlager ist auch dort möglich, wo manches Zelt nicht aufgestellt werden kann und ist binnen Minuten auf- und abgebaut.
Meine Überlegung geht dahin, nicht einen ganzen Haushalt mitzuschleifen, sondern das Nötigste. Dazu zähle ich weder Zelt noch besonders viel Ausrüstung. Ein Handy nehme ich nur für Notfälle mit oder um Dinge wie Zugfahrpläne einsehen zu können. Das Navi hilft bei der Einhaltung der vorgeplanten Route und der Orientierung in den Großstädten an Start und Ziel der ersten Etappe (Toulouse und Barcelona). Die Dinger sind zudem im Sonnenlicht besser ablesbar als Smartphones und genügsamer im Energiebedarf. Wichtig ist ein MP3-Abspieler, denn ich plane alleine zu fahren und will mir Musik und Hörbücher einverleiben. Die vorgesehene Strecke ist stark befahren und Straßengeräusche möchte ich lieber ausblenden, vor allem auch im Biwak. Das bischen Strom dafür wird der Dynamo leicht liefern. Das Handy kann sogar unterwegs abgeschaltet bleiben und brauch so nicht andauernd nachgeladen zu werden.
Das Hauptproblem vor dem ich zur Zeit stehe, ist die Lebensmittelversorgung. Natürlich ist das kein großes Problem. Aber große Vorräte haben am Rad keinen Platz. Folglich muss ich täglich einkaufen. 3 Liter Wasser trage ich im Trinkrucksack auf dem Rücken, das ersetzt Trinkflaschen ganz gut. Aber feste Speisen haben im Gepäck nicht viel Platz. Ich werde mindestens eine Hose und ein Hemd für die Zugpassagen mitnehmen. Auf dem Rad Funktionskleidung. Dazu eine Jacke für das Gebirge und bei Regen. Werkzeug wird kaum gebraucht. Ein Taschenwerkzeug, Pumpe und Klebeband genügen. Ein kleiner Wasserfilter, ein Feststoff-Taschenkocher um Konserven und Rasier- und Waschwasser warm machen zu können, Toilettenartikel, eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung (da muss ich mich als Sani sehr zügeln um nicht einen halben Krankenwagen einzupacken) und noch ein paar Kleinigkeiten (Besteck, Streichhölzer, usw.).
Zähle ich das alles zusammen und stelle mir vor dem geistigen Auge den Haufen vor, dazu Schlafsack, Biwaksack und Isomatte, die hoffentlich komplett an den Lenker passen, dann ist damit ein Taschenset für Bikepacking schon gut gefüllt. Plan B wäre dann, den vorhandenen BW-Trinkrucksack gegen einen Rucksack mit gleichgroßer Blase und zusätzlichen Staufächern zu tauschen, um hier ein paar Kleinigkeiten und Wertsachen unter zu bringen. Da gibt es ziemlich schlanke Modelle die kaum stören. Zudem fahre ich im Hochsommer oft mit dem Trinkrucksack und empfinde den Kühleffekt einer mit kaltem Wasser gefüllten Trinkblase auf dem Rücken als sehr angenehm. All das ist aber noch Trockenschwimmen, denn da ich bislang nicht mal die Taschen angeschafft habe, ist das Planen der Befüllung bloss Träumerei. Da Ortlieb wasserdichte Bikepacking-Taschen angekündigt hat, warte ich auf diese.