Schon wenn ich mein Crossbike mit "Fast-29er-Bereifung" und mein MTB mit 26-Zoll-Reifen vergleiche, bemerke ich einen klaren Unterschied. Das MTB ist wendiger. Strecken mit engen Kurven fahre ich damit besser. Ruhiger fährt aber das Crossbike. Das betrifft nicht nur die Laufruhe, sondern im Gelände insbesondere das "weniger holprige" Überfahren von Hindernissen. Diese Vorteile machen für mich die größeren Raddurchmesser für mein Reiserad attraktiver (aber ..., siehe unten).
Meine Erfahrung widerspricht der Behauptung, dass es keine relevanten Unterschiede zwischen den Reifengrößen gibt (anders sehe ich das bei den "Zwischengrößen", bei denen der Unterschied wirklich marginal ist).
Ich sage aber dennoch, dass es keine wirklich große Rolle spielt, ob nun 599er- oder 622er-Reifen gewählt werden (ich spreche hier von Reiserädern). Hier spielt mehr der persönliche Geschmack eine Rolle. Ein Reiserad wird in den meisten Fällen nicht in extremen Situationen gefahren. Man wird dann die durchaus existenten Unterschiede nicht mehr so deutlich spüren.
Sich über diese Sache zu streiten, lohnt nicht. Wer sich bei einem Neukauf entscheiden muss, soll doch einfach die verschiedenen Varianten probefahren. Ich habe mich für 622 entschieden und fahre damit schon seit vielen Jahren. Nur kurzzeitig habe ich ein Reiserad mit 599 genutzt. Auch das war nicht schlecht. Die Entscheidung ergab sich am Ende eher zufällig (Verfügbarkeit der Komponenten, die ich für den Aufbau des Reiserades verwendet habe) und ist kein wirklich entscheidendes Kriterium.
Gruß, Arnulf
"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)