Ich verstehe auch nicht, wie man sich auf eine Fremdpackliste verlassen kann.
ach ja. Du hast vor deiner ersten Reise gewußt was alles mitmuß. Alles klar. Keine weiteren Fragen.
Ich habe es nicht gewusst, aber ich habe mir zugetraut, es zu entscheiden. Und ich traue das einem erwachsenen Menschen auch heute noch zu.
Danke für diesen Hinweis. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich zu den Außerirdischen zähle.

Manchmal ist es auch gut, selber herauszufinden, was man sich noch zulegen möchte: Ob man so ein Multufunktionsmesser im Stil Schweizer Messer zulegt oder etwas anderes, hängt auch von Dingen ab, die man nicht unbedingt überblicken kann. So erwies sich das klassische Schweizer-Messer-Format als unzureichend zum Schneiden größerer und harter Käsestücke oder auch von Brot. Je nach Versorgungsart und Land kann das notwendige Messer aber unterschiedlich ausfallen. Es ist daher auch nicht notwendig, schon alles auf der ersten Reise dabei zu haben, was praktisch ist. Manche praktischen Dinge braucht man nicht auf jeder Reise.
Noch etwas: Soweit es um gehobene, teure und größere Ausrüstungsteile geht (Zelt, Schlafsack) lohnt natürlich immer die überlegte Anschaffung zu Beginn einer Reise. Etliche Teile lassen sich aber auch unterwegs zukaufen. Das gilt nicht nur für Verbrauchsstoffe wie Waschmittel, Duschgel, Batterien oder gar Nahrungsmittel, sondern auch für sonstige Teile. Ein Messer kann man ebenso nachkaufen wie eine Tasse oder auch eine dritte Radhose, wenn die zweit kaputt gegangen ist. Manchmal gibt es in der fremde sogar schönere und bessere Dinge, die man noch nicht kennt. Sicherlich kann man so Ausrüstung nicht ins Extreme hinein optimieren - das dürfte auf der ersten Reise aber auch selten der Fall (und Anspruch) sein.
Wichtiger ist es daher auch, sich bestimmte Informationen zu besorgen. So sollte ich über Öffnungszeiten Bescheid wissen, seine Routenverlauf kennen (wann bin ich etwa wo?) dann lässt sich leichter mal Vergessenes nachkaufen. Ggf. ist es sinnvoll die Konsumstruktur des Reiselandes zu kennen, ob es dort bestimmte Dinge gibt oder eher nicht - oder ob teuer oder nicht. Manches ergibt sich auch aus dem, wie ich Reise (Hotel vs. Camping, Restaurant vs. Selbstkocher, Tagaktivität vs. Nachtaktivität, leichte Asphaltstrecken vs. schwierige Schotterstrecken, Nur-Radtour vs. andere Sportaktivitäten zusätzlich (Wandern, Kanu etc.) usw.)
Ein weiterer Tipp: Neu gekaufte Ausrüstungsgegenstände noch Zuhause ausprobieren (Zeltaufbau, Aufpumpen von Matten). Die denkbaren Reparaturen etc. am Rad würde ich auch mal durchprobieren. Z.B. mal eine Pedale abschrauben mit Multifunktionstool, sofern man das beim Einchecken machen muss. Man bedenke bei solchen Heimaktionen, dass man in der Ferne meist stressigere Situationen hat (Zeit, Hitze, Regen usw.). Beim Werkzeug gelangt man dann ganz schnell wieder weg vom Multitool wie das Falk schon dargestellt hat. Eben gerade weil man keine ganzen Fahrräder auseinanderbaut, braucht es auch nur wenig Werkzeug - da wiegt sogar das Einzelwerkzeug häufig weniger als ein ganzes, sperriges Multitool mit unnützem Zeug dran. Gilt auch für Multifunktionsmesser. Lieber eine Nagelschere extra mitnehmen als nicht geeignete Multitools.
Statt penible Packlisten nachzupacken würde ich als Gedankenstütze nur Übergbegriffe abhaken. Was man im Einzelnen braucht, ergibt sich dann recht schnell - also etwa so:
- Radkleidung
- Zivilkleidung
- Werkzeug
- Sanitärsachen
- Medizinische Abteilung
- Foto- und Kommunikationstechnik
- Schlafausrüstung
- leibliche Verpflegungsausrüstung
usw. usw.
Wer dann nicht weiß, was er beim Stichwort "Radbekleidung" einpacken soll, sollte es lieber mit einer Radtour sein lassen. Zur Gewichtsreduktion legt man offen Stapel aus und betrachtet jeden inhaltlichen Stapel, ob dort Verzichtbares liegt (also zum Bsp. Stapel Trikots -> liegen 5 Stück, dann überlegen, ob auch 4 reichen). Kann man die Witterung schlecht einschätzen, würde ich bei einer Ersttour lieber mal was mehr mitnehmen. Hat man zu dünne Kleidung, erleidet eine Erkältung und quält sich nach Hause, wird das vielleicht ein negatives Schlüsselerlebnis und man kommt vom Radreisen wieder ab. Ich kann auch davon abraten, auf Biegen und Brechen sich an einem knappen Budget festzuklammern und dadurch sich die Tour zu vermiesen. Lieber noch ein "Gönn-dir-was"-Plus-Budget bereit halten. Zuhause ergeben sich später auch Sparmöglichkeiten.