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Mir ist klar, das ich an dieser Tour auch scheitern kann.
Ich weiß ja nicht, wie du deine Freizeit sonst verbringst, aber überlegst du dir bevor du normalerweise in den Urlaub fährst auch, ob du daran scheitern kannst? Wahrscheinlich nicht, obwohl es doch auch da passieren kann, dass nicht alles so läuft wie geplant. Dann bist du (zu recht) enttäuscht oder sauer und überlegst dir halt, wie du den Schaden so gering wie möglich halten kannst bzw. wie du trotz der ungeplanten Ereignisse weiterhin möglichst viel Spaß in deinem Urlaub hast.
Viel anders ist es bei einer Radtour auch nicht, das ist keine Expedition oder gar eine Lebensaufgabe, sondern eine von vielen Möglichkeiten, seinen Urlaub zu verbringen. Du willst nicht irgendeine exotische unerschlossene Gegend, sondern befindest dich in Deutschland, wo du die Sprache verstehst, die Notrufnummer und die einschlägigen Supermarktketten kennst und wo du dich wenn alle Stricke reißen jederzeit in ein Taxi nach Hause oder wenigstens zum nächsten Bahnhof setzen kannst. Also was soll groß passieren?
Die einzige Vorstellung, die ich für etwas naiv halte ist, an einem Bauernhof zu fragen, ob man sein Zelt aufschlagen kann. Zumindest hier in der Gegend haben Bauernhöfe nur noch selten ungenutzte Wiesen und wenn doch ist es nicht von vorneherein klar, dass sie so begeistert sind, wenn täglich ein Radfahrer klingelt. Du bist nämlich insbesondere auf touristischen Radwegen längst nicht der einzige, der eine Übernachtungsmöglichkeit sucht. Was im übrigen ebenfalls ein Beweis dafür ist, dass es sich bei einer Radtour auf einem ausgeschilderten Radweg in Deutschland nicht um das große Abenteuer handelt.

Probieren kannst du es natürlich trotzdem, vielleicht unterschätze ich ja die Gutmütigkeit der Bauern und wenn es nicht klappt, kannst du dir ja immer noch selbst eine unauffällige Ecke für dein Zelt suchen.
Ich persönlich würde gerade im April damit rechnen, dass ich vielleicht gar nicht jeden Tag wild zelten möchte, es könnte nämlich auch mal nass und kalt sein. Aber auch das ist kein Problem, es gibt genügend Übernachtungsmöglichkeiten mit Dach über dem Kopf.
Zu allem anderen (Anhänger ja oder nein, wieviele Kilometer am Tag, welche Strecke etc) denke ich, dass es da so viele Wahrheiten wie Radreisende gibt. Was für den einen gut ist, ist für den anderen furchtbar. Also fahr einfach und finde heraus, was speziell *für dich* das richtige ist.
Martina