[…]Wie macht ihr das denn mit den täglichen Eindrücken unterwegs?
Schreibt ihr die auf oder sprecht ihr die in ein Gerät?[…]
Ich habe ein kleines Notizbuch in der Lenkertasche, ebenfalls einen Fotoapparat. Und ein iPad in einer Satteltasche.
Im Notizbuch notiere ich wenige Stichworte. Das sind meist die Zeiten, kilometer und Ausgaben an Zwischenstopps und irgendwelche Kleinigkeiten, die ich nicht vergessen möchte. Die Lesbarkeit dieser Notizen hat schriftbedingt jedoch nur eine kurze Halbwertszeit. Deshalb schreibe ich abends einen kurzen Tages"bericht", teilweise schon formuliert, teilweise Stichworte, je nach Lust und Laune und Zeit. Dabei versuche ich, schon ein wenig an den Bericht zu denken, und vor allem Außergewöhnliches festzuhalten (natürlich nicht immer möglich). Und ich will Flori nicht
vergraulen, also versuche ich, seine Tipps zu beherzigen

Und natürlich sind Fotos eine wichtige Stütze. Ich mache viele Fotos auch zu Dokumentationszwecken, zum Beispiel von Erklärungstafeln an einem Denkmal. Dann muss ich nicht zu Hause recherchieren, was es damit auf sich hatte.
Mir hat das gereicht, obwohl ich den Reisebericht auch über ein halbes Jahr nach der Reise verfasst habe. Vieles Überflüssiges habe ich vergessen. Und wenn ich es schon vergessen habe, warum sollte ich es der Öffentlichkeit zum Lesen geben?
Mühsam ist es natürlich dennoch, einen Bericht zu schreiben. Denn man soll ihn ja gerne lesen, und da gilt meiner Meinung nach: Einer muss sich quälen, der Autor oder der Leser. Daher investiere ich schon Arbeit in den Bericht. Schreiben. Recherchieren, um ggf. interessante Zusatzinformationen zu geben (die allerdings irgendeinen Bezug zur Reise haben sollten oder sonstwie individuell verarbeitet werden, nur das Baujahr von Notre Dame kann jeder googlen), um Ortsnamen richtig zu schreiben etc. Natürlich Fotos auswählen und bearbeiten. Korrekturlesen, auf Rechtschreibung/Grammatik und auf Logik ... und Notwendigkeit, muss ich es schreiben?
Lange Rede, kurzer Sinn: Arbeit hat man auf jeden Fall

Diktiergerät ist nichts für mich, das verlagert nur noch mehr Arbeit auf die Nachbearbeitung, außerdem höre ich mich nicht gerne selbst.
Gruß
Holger