Ich antworte mal ins Allgemeine, zuviel Zitate die man rausgreifen könnte. Aighes hat bereits erwähnt, dass spontane Rückfahrkosten meist teurer werden als vorab geplante und gebuchte. Das gilt nicht nur für Flüge, sondern auch für Bahnfahrten. Ein Nachtzug vom französischen Mittelmeer ist häufig für - auch deutlich - unter 100 Euro zu haben, spontan kommt man aber gut und gerne auf das Doppelte oder Dreifache. Zudem hast du unterwegs selten Gelegenheit, die gleiche Transparenz wie von zuhause aus über Verbindungen und Preise zu bekommen.
Je mehr du Zwischenetappen mit anderen Verkehrsmitteln einplanst, desto stärker wird dein Budget belastet. Bedenke das bei Plänen spontan mal mit der Fähre nach Kroatien zu schippern und dann mal einen Flug dort nach Kreta oder dort noch ein Seilbahn auf den Berg usw. Dem steht entgegen, dass du bei ungünstiger Witterung an falschen Orten ggf. zu höheren Geldausgaben gezwungen wirst, weil es zu ungemütlich wird (aus Notgründen ins Hotel, Taxi etc.). Da ist dann manchmal wieder die Flucht nach vorne günstiger.
Denke daran, dass du dich rechtzeitig etwa mit einem warmen Tee aufwärmst, wenn das Wetter entsprechend schlecht ist. Zulange ausgekühlt kann man Schüttelfrost bekommen und muss dann ggf. ein teures Hotel nehmen, um sich wieder zu normalisieren. Manchmal ist auch eine "Wohlfühleinheit" güntsiger, als sich die ganze Tour zu vermasseln - daher auf die innere Stimme hören und vielleicht auch mal unter einem festen Dach absteigen. Kein falscher "Härtewillen" also. Die Abwehrkräfte werden stark beansprucht - man kann leicht mal Fieber bekommen oder auch mal ein Essen schlechter vertragen als unter guten Umständen. Eine gute Vorbeugung gegen alles Mögliche ist, jeden Tag etwas puren Ingwer zu knabbern.
Beim Wildcampen würde ich beachten, dass es im Herbst zuweilen Inversionswetterlagen gibt, und das Campen auf Höhenlagen besser ist als in den kühlen Tälern. Zudem solltest du darauf achten, nicht zuviel feuchte Standorte zu benutzen - denn das Zelt bekommst du in dieser Jahreszeit nur noch schwer trocken. Daher auch auf das Mikroklima achten (unter einem Baum aufstellen z.B.). Brennerpass ist zum Wildcampen nur im mittel-oberen Bereich der Südseite geeignet - etwa bei Sterzing und noch südlich davon. Viele andere Stellen sind recht eng, unzugänglich usw. Zur Körperpflege nutze öffentliche Toiletten, soweit sie noch angeboten werden. Zuweilen sogar in Frankreich auch in kleineren Orten, manchmal aber auch wieder gar nicht. Österreich ist da sehr gut aufgestellt, Italien wird schwierig. Die Gasthof-Variante fällt bei dir ja weg, weil du nicht essen gehst.
Hast du eine JH-Ausweis? - Kann dir mal für Notfälle helfen, da deine angestrebten Strecken auch sehr viel durch bekannte Orte führen, wo es Jugendherbergen gibt. Stadthotels sind mal leicht deutlich teurer als Landgasthöfe. In Italien gibt es zudem häufig B&B, was aber nicht immer billig sein muss. In Frankreich kann man zuweilen in einer Gite günstig übernachten - auch nicht immer. Es braucht da aber meist Telfon, um den Vermieter zu erreichen.
Ich fahre auch nicht gerne im Dunkeln, aber man kommt immer wieder auch ungewollt da hinein. Bei deiner geringen Erfahrung mit Strecken erst recht. Ich hoffe du hast eine gute Stirnlampe - die ist fürs Wildcampen unerlässlich.
Übrigens: In meinen Berichten (siehe Profil) findest du fast immer eine genaue, tagesweise Budgetaufschlüsselung zu Essen und Unterkunft. Wird dir wohl nicht viel nutzen, da bei mir ein wesentlicher Batzen davon das Restaurantessen am Abend ausmacht.
Tipp für die lange Hosen: Mit einer Nylonstrumpfhose unter der langen Hose kannst du die Wärmekraft der Überhose sehr günstig und leichtgewichtig steigern. Kann man sogar unterwegs dazukaufen. Das reicht bei mir auch in die kühlen Herbsttage gut hinein, oft sogar für die Winterzeiten.
Hast du deinen Gerätepark im Blick? Akkuversorgung ist bei Wildcamporgien ein Problem. GPS-Ausfall würde mich ja nicht stören, sowas habe ich nicht. Aber wenn ich keine Fotos mehr machen könnte, würde ich einen mittleren Herzinfarkt bekommen.
