Okay, hab dank für die erklärenden Worte.
Ausrüstung:
Es macht Sinn die Auswahl so abzustimmen, dass man alles evtl. benötigte durch Kombinationen erhält. Dabei spielt die jeweilige Person natürlich eine große Rolle. Es gibt Menschen mit niedriger und mit hoher Kältetoleranz und derlei mehr, weshalb es kein exaktes Patentrezept für eine spezielle Auswahl in der Art "Man nehme 1 Stück .., 3 Paar .., 2 Stück .. usw" nennen kann.
Ich versuch mich mal an ein paar persönlichen Erfahrungswerten:
- Taugliche Windejacke, anstelle einer dicken Outdoorjacke
- lange Radhose, entweder bei eher mildem Wetter eine normale, oder die winddichtere, dickere, oder beide. Wobei zwei lange Radhosen übereinander die Beweglichkeit schon spürbar einschränken kann.
Andere radeln eher in normaler Alltagskleidung, das könnte ich nicht, da ich viel schwitze. Aber wenn, dann kombiniere man eine robuste lange Hose mit einer dünnen und einer dickeren langen Unterhose.
- Trikots: Bei milden Bedingungen kombiniere ich Kurzarm mit Armlingen, bei Bedarf kommt dann noch ein dünneres Langarmtrikot drüber.
Im letzten Februar habe ich 3 langärmige Trikots mitgenommen und je nach Kälte, Wind und persönlichem "Zustand" dann kombiniert. Dazu eine gute Windweste. Die Windjacke habe ich, glaub ich, gar nicht benutzt.
Dazu hatte ich noch einen dünnen Fleecepulli dabei und KEINE Fleecejacke mehr. Die Fleecejacke hätte ich wohl noch mitgenommen, aber mir fehlte der Platz und ich beschloß es ohne zu versuchen, was auch erstaunlich gut funktioniert hat.
- Überschuhe, wenn man vernünftige hat, dann unbedingt mitnehmen. Es sind aber auch normale Einkaufstüten verwendbar!
- Schuhwerk: Bequeme Schuhe mit Platz für dicke Socken und wo dann immer noch Luft für den Fuß verbleibt. Beim radeln kommt der Blutfluß im Fuß rasch mal ins stocken. Es hilft dann sehr gut, wenn man 10-15 Min. stramm geht und das Rad schiebt.
- Mütze, ich verwende beim Radfahren praktisch immer ein Kopftuch aus Baumwolle, da ich am Kopf rasch deutlich schwitze. Wenn ich erstmal in Bewegung bin und der Kreislauf läuft, reicht mir das meist aus, sofern es nicht deutlich unter Null geht und nicht deutlich Wind hat. Sonst verwende ich entweder für kurze Zeiträume eine dünne(!) Fleesemütze, oder bei fiesen Bedingungen zusätzlich zum Kopftuch eine dünne Kopfhaube.
Mit der Kopfhaube bin ich auch noch bis in die 2-stelligen Minusgrade auusreichend warm am Kopf. Wenn ich dickere Mützen oder Kopfhauben verwende, schwitze ich nach kurzer Zeit wie blöde.
- Handschuhe: Sie sollten den Wind zuverlässig abhalten. Mit den Handschuhe ist es rasch so ähnlich, wie mit den Schuhen. Die Hände arbeiten nicht und der Blutfluß stimmt dann nicht mehr, die Hände werden kalt.
Wenn sie kalt werden, rechtzeitig bewegen und den Kreislauf dort in Trab halten! Unterwegs ständiges zur Faust ballen oder dergleichen ist ein oftmals taugliches Verfahren. Ich hab aber auch schon einfach anhalten müssen, um die Hände durch anhauchen erstmal wieder funktionstüchtig zu bekommen, zuletzt in Aachen wo sich Auskühlung und noch nicht richtig laufender Kreislauf ungünstig gegenseitig beeinflussten.
Ich nehme meist mehrere Paar Handschuhe mit, dickere aus recht winddichtem Fleece und seit letztem Winter auch welche aus gummiiertem Gewebe (Neoprenbeschichtung oder sowas) und auch welche aus sehr dünnem Fleece. Bei den Handschuhen wechsel ich mitunter recht oft, bzw. zieh sie an und aus, je nachdem wie es den Händen gerade geht und auch damit sie nicht zu viel schwitzen. Nasse Handschuhe sind unangenehm.
- Socken, ich kombiniere normal kräftige Socken mit grob gestrickten Wollsocken in Wanderstiefeln, derzeit zumindest, mangels richtiger Radwinterschuhe. Mit Wanderstiefel schlägt man allerdings gleich mehrere Fliegen auf einmal.
Nahrung ist eine ganz wichtige Sache. Wenn der Blutzucker bzw. die Nährstoffversorgung nicht mehr ideal ist, kann der Körper nicht mehr richtig den Wärmehaushalt regulieren und dann kann man sehr rasch ganz fies auskühlen und versteht die Welt nicht mehr! Regelmäßig trinken und am besten komplexe Kohlenhydrate und auch Fette essen, aber nicht zuviel auf einmal, da ein zu sehr beschäftigter Magen zuviel Blut braucht, dass dann in den Extremitäten fehlt.
Und sonst kann mal alles mögliche und unmögliche dabei sein. Regenschirm, Tarp, auch mal nen Zelt

Matte nehme ich eine aufblasbare von Exped, dazu ein recht tauglicher Daunenschlafsack von Mountain Equipment.
Elektrische Geräte: Für manche sind Lithiumbatterien im Winter ne gute Alternative, z.B. für GPS oder Rücklichter.
Ach ja, Regenhose habe ich meist nicht dabei, weil ich zusehe, dass ich bei Regenwetter nicht radfahre. Bin wasserscheu geworden.

Aber wenn Regenhose, dann unbedingt daran denken, dass in einer solchen gerne rasch nassschwitzt. Je nach Regenintensität und -dauer, können Rainlegs da eine gute Alternative sein.
Uff, soviel wollte ich gar nicht schreiben!