Hallo Roger,

ich bin wohl der falsche Ansprechpartner für Deinen Reisebericht. Der ist für Schanzenralf sicher interessanter. Fragen habe ich naturgemäß keine, weil ich schon dort war und so schnell leider nicht mehr hinkomme. Ich gebe zu bedenken, dass er nur 4 Wochen Zeit hat! Da Du die Wandertouren nicht gemacht hast, weißt Du auch nicht, was Dir entgangen ist. Ich rate unbedingt dazu!

Wenn es unbedingt per Fahrrad sein soll, empfehle ich dringend den Heaphy - Track. Man kann in Colingwood das Fahrrad aufgeben und nach Karamea transportieren lassen. So büßt man nicht mal Zeit ein und befindet sich dann direkt an der Westküste. Außerdem hat man den sehr schönen Norden der Südinsel nicht ausgelassen, wie es die meisten tun. (Abel Tasman Track liegt auch am Weg und kann per Wassertaxi auch verkürzt werden). Die Westküste ist komplett verkehrsarm und gut fahrbar, es regnet viel. Zeltplätze und Quartiere sind reichlich und in guter Qualität zum kleinen Preis vorhanden.

Meine Erfahrungen im Straßenverkehr, insbesondere mit Lkw sind andere. Einmal ist ein uns entgegenkommender wegen zu hohem Tempo in der Kurve umgekippt, sehr schlecht, wenn er grad nen Radler überholt - Das hat er gottseidank grade nicht gemacht! Zu einem weiteren schweren Unfall sind wir gekommen, als der Krankenwagen schon weg und die Plane schon über der Leiche lag. Man sah die heulenden Insassen am Straßenrand, es war sehr bedrückend. Das anerkannte Hauptübel ist dort der Alkohol. Die Strafen dafür sind drastisch. In einer Zeitung las ich von einem Fall, in dem ein besoffener Autofahrer 3 Leute totgefahren hat, er war unbescholten und ging dafür 9 Jahre in den Bau. Dennoch wird munter weiter besoffen gefahren. Die Ursache hierfür sehe ich in der Abhängigkeit des Dorfsheriffs von seinen Bewohnern. Er wird kaum mal einen hochziehen, den er kennt. In einer Kneipe hat der Sheriff selbst sein Bier gezischt. Besonders gesoffen wird aber in Maori - Gebieten, die gibt es auf der Südinsel meines Wissens aber nicht. Die weißen Kreuze am Straßenrand und die Unfallstatistik sprechen eine deutliche Sprache, trotz geringer Verkehrsdichte. Mir ist der vielgescholtene Deutsche Autofahrer daher lieber. Den Führerschein bekommt man in Nz übrigens bereits mit 15 hinterhergeworfen. Das ist dort auch nötig, da die Entfernungen groß sind, allerdings sollte man denen schon eine gewisses Verantwortungsbewusstsein einbläuen.

Ich finde, Schanzenralf sollte sich sehr wohl ein paar Gedanken machen und Informationen einholen. Es hat sich für uns sehr gelohnt, da wir sonst wahrscheinlich auch weniger gewandert wären. Da wir 4 Monate unterwegs waren, konnten wir auch dem Massentourismus in manchen Gebieten gut ausweichen.

So jetzt muss sich Schanzenralf nur noch entscheiden und das ist, glaube ich, immer noch schwer genug.
Tschau der Peter