Aus meiner Sicht hättest du ruhig deutlich mehr Wolframsulfid als nur 20:1 nehmen können. Das Zeug an sich ist ja das Schmiermittel, Wachs ist m.E. nur drin, damit man es überhaupt auftragen kann.
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PS: Warum man jetzt ausgerechnet Wolframdisulfid benutzt anstelle des seit Jahrzehnten für solche Anwendungen bewährten Molybdändisulfides, wird mir vermutlich immer ein Rätsel bleiben.
Nun, ich werde mal schauen, ob es gut läuft und wie lange es dauert, bis die Kette zu quietschen anfängt. Gegebenenfalls werde ich dann nochmal etwas dazugeben. Das Wolframdisulfid habe ich dem Molybdändisulfid vorgezogen, da das aktuell recht angesagte Fertigprodukt von Silca eben dieses enthält und es hieß, die Schmierwirkung sei damit noch besser. Allerdings habe ich überhaupt nicht recherchiert, ob die angeblich bessere Schmierwirkung tatsächlich Fakt ist und falls ja, ob es überhaupt einen signifikanten Unterschied macht. Vielleicht bin ich da einem Hype aufgesessen.
Wäre es hier nicht besser, die Kette aus dem heißen Wachs rauszunehmen, bevor es abkühlt? Und dann sofort unter den Wasserhahn?
So schnell läuft das Wachs auch nicht aus den Kettengliedern wieder aus. Unter dem Wasserstrahl kühlt es ab, und lösen tut sich das Wachs im Wasser auch nicht.
Du hast recht, das ist auch eine gute Idee!

Paraffin ist in Isopropanol nur sehr schlecht löslich, deshalb brauchst du so viel Isopropanol. Besser wäre hier vermutlich Terpentinersatz, oder Benzin oder sowas ähnliches.
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Nichts für ungut... aus der Sicht des Umweltschutzes ist deine Methode eher dreckiger als ein Fertigprodukt. Das Ultraschallgerät produziert keinen Abfall von Lösungsmitteln. Und wenn ich mal sehe, wieviel Lösungsmittel du verbraucht hast, dann fällt die Umweltbilanz eher schlecht aus.
Die verwendeten Lösungsmittel habe ich aufbewahrt, um sie zur Vorbereitung weiterer Ketten wiederzuverwenden. Es dürften ca. 300 ml pro Substanz sein. Isopropanol verwende ich immer wieder mal auch hier im Haushalt und für die meisten Anwendungen tut es das übriggebliebene bestimmt noch; das ist ja aus dem dritten Spülgang. Ich konnte damit jedenfalls schon mal die Sauerei auf dem Herd wegputzen, die ich selbst fabriziert hatte.

Das Benzin würde ich im Kocher verwenden, dafür ist es bestimmt auch noch okay. Und den Terpentinersatz kann ich zum Reinigen von Pinseln vermutlich auch noch gut verwenden, abgesehen vom Bodensatz. Streichen steht hier demnächst leider wieder an, dann kann ich mal schauen, ob es noch taugt. Bezüglich der Ultraschallreinigungsgeräte ging ich davon aus, dass auch dort Lösungsmittel oder Entfetter (wo ja dann auch evtl. Tenside enthalten sind) verwendet werden müssen, um dieses schon fast harzähnliche Fett, was von Werk aus auf der Kette ist, wegzubekommen.
Rechne mal aus, wieviel Isopropanol pro Wolframsulfid jetzt in deiner Mischung ist. Beim Auftragen verdampft das alles und geht in die Umwelt.
Das war mir überhaupt nicht bewusst, dass das evtl. schädlich sein könnte. Ich habe leider recht wenig Ahnung von Chemie und ging davon aus, da es ein Alkohol ist, wird es wohl unproblematisch sein. Auch da habe ich mich mal wieder überhaupt nicht vorher informiert.

Deswegen hatte ich übrigens auch das Flüssignachwachsmittel mit Isopropanol angemischt, um nicht das vermeintlich schädlichere Benzin nehmen zu müssen. Was ist denn das Problematische an Propanol? Wirkt das ähnlich wie Methan auf die Atmosphäre?
Trotzdem - wer nicht versucht, wird nicht klüger. Ich warte sehr gern auf deine Langzeiterfahrungsberichte.

Na, da werd ich mich dann ranhalten müssen und ordentlich fahren, damit ich tatsächlich in absehbarer Zeit berichten kann. Oder aber mein Versuch funktioniert so schlecht, dass es gar nicht allzu lange dauert, bis die erste Kette verschlissen ist.
