Hier ein kurzer Erfahrungsbericht für Fahrrad + Zug zwischen Verona und Brenner.
Wir sind gestern von Verona zurück nach Trier mit dem Zug gefahren. Unsere Tour ging von Füssen nach Verona (Rennräder + Leichtgepäck). Wir waren zu zweit unterwegs.
Da wir nur bei schönem Wetter fahren wollen, buchen wir die Zugtickets immer kurzfristig (ein paar Tage vor Tourstart).
Auf der Hinfahrt nach Füssen haben wir einen Mietwagen genommen, da die Fahrradstellplätze in den IC/EC alle ausgebucht waren.
Auf der Rückfahrt waren die Fahrradstellplätze in den Brenner-EC alle (wie erwartet) ausgebucht. Es gab aber die Möglichkeit
mit Nahverkehrszügen nach München zu fahren und ab dort mit EC nach Saarbrücken und weiter nach Trier. Die Verbindung
Brenner - Trier (Ankunft 23:30 Uhr) haben wir dann als Sparpreis gebucht.
Die Tickets für die Fahrt Verona - Brenner haben wir dann bei der Ankunft in Verona am FS-Schalter gekauft, inklusive Ticket
für Fahrradmitnahme.
Der Zug zum Brenner fährt planmäßig um 7:50 Uhr in Verona ab. Wir waren ca. 20 min. vor der Abfahrt des Zuges da.
Wir stiegen mit unseren Rädern in den Zug ein. Es kam dann aber sofort der Schaffner und sagte, wir könnten nicht mit
diesem Zug fahren, weil die Fahrradstellplätze alle belegt seien. Ich schaute in das Fahrradabteil. Dort waren 3 Einrichtungen
für das Aufhängen von Fahrrädern belegt, sowie 4 Halter auf dem Boden. Obwohl es sich inzwischen auch bei trenitalia rumgesprochen haben
sollte, dass die Route Verona - Rovereto (Gardasee) - Brenner stark von Radfahrern frequentiert ist, sind also nur 7
Stellplätze vorgesehen. So zumindest der Schaffner. In dem Abteil hätte man locker auch noch weitere Fahrräder unterbringen
können.
Ich erklärte dem Schaffner (der gut deutsch mit südtiroler Akzent sprach), dass wir bei Nutzung des späteren Zuges nicht mehr
am selben Tag in Trier ankommen werden. Dass wir also eine Übernachtung machen müssen und dass der Sparpreis verfällt, da
dieser erst ab Brenner gilt. Zurück kam dann, er müsse sich an die Vorschriften halten. Wenn wir den Zug nicht verlassen
würden, dann würde der Zug stehen bleiben. Außerdem würde er die Bahnpolizei verständigen. Mitlerweile kamen ca. 5 weitere
Radler, die der Schaffner auf den Folgezug verwies (hält öfter, Umsteigen in Bozen, wesentlich später am Brenner).
Wir sagten, wir würden den Zug nicht verlassen. Der Schaffner verständigte dann die Polizei. Wir zerlegten dann unsere Räder
und legten sie auf die Gepäckablagen. Kurze Zeit später erschien ein Polizist. Er sprach sehr gut englisch. Ich erklärte ihm
dass wir heute nicht mehr in Trier ankommen werden, wenn wir den Folgezug nehmen. Nachdem zwei ital. Frauen noch sagten,
dass sie die Fahrräder in der Gepäckablage nicht stören, sagte der Polizist wir könnten so zum Brenner fahren.
Dann ging die Fahrt los. Der Schaffner bat uns dann um unsere Tickets. Wir hatten vergessen, die Fahrkarten zu
entwerten. Der Schaffner verlangte pro Person 33,50 EUR Strafzahlung (die wir auch bezalten), obwohl ja die Fahrkarten für die Strecke Verona - Brenner
schon bezahlt waren und ein "Schwarzfahren" offensichtlich nicht vorlag.
Die Fahrt ging weiter über Ala und Rovereto nach Bozen. In Ala und Rovereto wollten (unerwartet) keinerlei Radfahrer
in den Zug. Eventuell hatte sich ja schon rumgesprochen, dass die Plätze rar sind. In Trento wurden dann wieder mehrere
Radfahrer auf den Folgezug verwiesen.
In Bozen wechselte dann der Schaffner. Der neue Schaffner sah unsere Fahrräder auf der Gepäckablage und sagte, dass wir
so nicht weiterfahren können. Wir sagten die Polizei hätte zugestimmt. Er sagte die Polizei hätte hier nichts zu sagen.
Bei diesem Schaffner war es dann aber auch kein Problem mehr als 7 Fahrräder in das Fahrradabteil zu stellen und wir konnten
die Fahrräder dort einstellen. In Bozen kamen auch noch einige weitere Radler, so dass ca. 12 Räder im Fahrradabteil Platz
fanden.
Außerdem gab es in dem Wagen einen großen Behindertenbereich, der noch leer war. Außerdem war der Zug relativ lang und schwach besetzt.
Die Weiterfahrt ab Bozen bis Trier verlief dann planmäßig und problemlos.