Das Problem der Radfahrer besteht doch nahezu ausschließlich darin, dass sie in der Minderheit sind. Die Mehrheit will halt Auto fahren und wenn sie in der Minderheit wären, müssten sie sich den gegebenen Verkehrsverhältnissen unter der Mehrheit der Radfahrer beugen. Leider ist es und bleibt es zu unseren Lebzeiten umgekehrt.
Dabei muss man nach meiner bisherigen Einschätzung eindeutig zwischen Innerorts und Außerorts unterscheiden. Mein Vorschlag (Gedankenexperiment) wäre, die Autofahrer auf den ihnen zugewiesenen Hauptverkehrsrouten die Dominanz zu lassen und ggf. sogar zu erweitern, aber in der Fläche (der Städte und Ortschaften) eine allen Verkehrsteilnehmern verträgliche Mischkultur (Langsamverkehr) zu ermöglichen (Tempolimit 20 oder 30).
Um es noch etwas pointierter zu formulieren: Ein durchgehender Radweg parallel einer vierspurigen Bundesstraße ist ein Segen sowohl für die Auto- als auch für die Radfahrer. Die automobile Dominanz in der Fläche der Städte und Ortschaften, die die Nutzung aller übrigen Verkehrsmittel im Nahverkehr (z.B. Füße, Fahrräder, Rollstuhlfahrer, Skater, Rollatoristi etc.) behindert, ist aus meiner Sicht jedoch absurd.
Pauschal gesagt, überlege ich, ob es sinnvoll wäre, im Überland-/Außerortsverkehr die Netze (Verkehrswege) zwischen Autos und Radfahrern tendenziell zu trennen, aber Innerorts abseits der Hauptautoverkehrsstraßen eine Gleichberechtigung zu ermöglichen. Mein Ziel wäre also, alle (oder viele) innerörtlichen Radverkehrsanlagen abzubauen und zu verschrotten. Innerorts "freie Pkw-Fahrt für freie Pkw-Bürger auf den für sie priorisierten Pkw-Hauptrennverkehrsstraßen" und im Rest der städtischen Republik "Frieden und Langsamkeit und Rücksichtnahme und Partnerschaft bei Tempolimit 30 für alle"