Die Radfahrerin hatte eine tolle Beleuchtung, sogar Speichenreflektoren und trotzdem habe ich sie nicht gesehen.
Eine Warnweste, die sie natürlich nicht trug, reflektiert rundum, da wäre es völlig egal gewesen in welchem Winkel sie zu mir gefahren wäre, ich hätte sie garantiert gesehen.
Jedes Mal wenn das Thema Warnweste aufkommt, werden m.E. zwei Dinge durcheinander geworfen, nämlich die Sichtbarkeit bei Tag und bei Nacht. Bei Warnweste denke ich in erster Linie an eine Signalfarbe, das bringt bei Nacht gar nichts. Was bei Nacht etwas bringt sind Reflexstreifen, die sind aber widerum nicht auf Warnwesten beschränkt, sondern befinden sich heutzutage an vielen Kleidungsstücken und Ausrüstungsgegenständen. Aber (ganz großes aber) Reflexstreifen bringen nur etwas, wenn sie angeleuchtet werden und sie reflektieren auch nicht in alle Richtungen (schön wärs), sondern nur in die Richtung aus der das Licht kommt. Bei dem von dir genannten ungünstigen Winkel kann es gut sein, dass die Reflexstreifen gar nichts genutzt hätten.
Eine Situation, in der eine Signalfarbe definitiv etwas bringt ist neblige Morgen- oder Abenddämmerung auf einsamen Landstraßen. Wer also dort Rad fährt, joggt oder den Hund ausführt ist mit grellem Zubehör tatsächlich besser sichtbar als in Bussinessgrau. Aber bei Tageslicht in der Stadt auf Bürgersteigradwegen kann ich mir das ehrlich gesagt kaum vorstellen. Da braucht bloß die FDP ein Wahlplakat mit gelbem Hintergrund aufzustellen und schon fällt die Warnweste nicht mehr auf.
Martina