Hi Theodor!
> ach was , das hat doch nichts mit kleinlich zu tun.
> Auch dein Auto hatte einen Neupreis, der bei einem Vielfachen
> deines Erwerbspreises liegt. Dieser Wert ist im Laufe des
> Gebrauchs vernichtet worden. Der Autoindustrie ist es doch völlig
> egal, wer das zahlt.
Mein Auto hat 1982 mal 27.000DM gekostet. War ein echt teures Gerät! Das ist mir durchaus bewusst aber es ist für meine Belange total irrelevant ;-)
Klar ist es der Autoindustrie das egal. Ist ja schlicht eine Frage der Abnutzung. Ist beim Fahrrad doch noch krasser. Jetzt mal ganz im Ernst. Mein Fahrrad hat vor gut einem Jahr nen Tausender gekostet. Inzwischen ist die Antriebseinheit verschlissen, schon der dritte Satz Reifen drauf, die Beleuchtung musste teilweise neu. Wenn ich das Radl heute verkaufe krieg ich 200 dafür. Wertverlust in einem Jahr: 80%. Reparaturen nicht eingerechnet. Mag nominell mit 800 Euro im Vergleich zu nem Neuwagen wenig sein, ist prozentual aber schon beträchtlich. Der Kostenvorteil eines Radls liegt woanders - nämlich in den Verbrauchs-, Versicherungs- und Steuerkosten - die sind nämlich null. Aber der Wertverlust ist gigantisch!
Der Wertverlust allein eines Mittelklasse PKW ohne irgendwelche laufenden Kosten reicht übrig für öffentliche Verkehrsmittel zuzüglich gelegentlicher
Car Sharing oder Taxi Inanspruchnahme.
Das ist richtig. Aber stimmt in meinem Fall nicht weil ich das Auto habe weil ich es mag und weil mein Auto inzwischen an Wert gewinnt - es ist 24 Jahre alt und auf dem besten Weg irgend wann einmal wieder ordentlich an Wert zuzulegen.
> Das Problem der öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht so sehr die
> Kosten, sondern daß sie systematisch runtergewirtschaftet
> werden und viel zu selten fahren, jedenfalls außerhalb der
> großstädtischen Ballungszentren.
Das ist korrekt - sehe ich nicht anders! :-)
> Außerdem kann jemand, der nicht Automechaniker mit Zugang zu
> einer Werkstatt ist, jedoch auf ein funktionierendes Verkehrsmittel
> angewiesen ist und meint, das müsse ein Automobil sein, mit
> einem 600 Euro Schrotthaufen nix anfangen.
Entschuldigung aber das ist absoluter Blödsinn. Wie viel verstehst du von Autos? Wahrscheinlich nichts. Das ist der Punkt. Mein Bruder ist Vielfahrer - 50.000km pro Jahr. Er fährt einen 15 Jahre alten 2er Golf Turbodiesel mit Pflanzenölumrüstung. Gekauft für eben auch 600 Euro. Das Auto fährt wie eh und je. Wir sind beide keine KFZtis, tauschen aber Dinge wie Kühler selbst, betreiben Rostvorsorge, tauscen Lichtmaschinen, machen die Elektrik - aber gelernt hat das keiner von uns. Selbsthilfebuch und fertig! Auch die Pflanzenölumrüstung ist größtenteils selbst gemacht. Den Rest macht die Werkstatt. Wenn das Auto mal nicht will hilft man sich gegenseitig aus. Dann fährt er meins oder das meiner Mutter und zwei Tage später läuft es wieder! Man muss sich halt bisserl mit der Materie beschäftigen. Das Auto steht nicht mehr in der Werkstatt als ein Neuwagen, der bei der Laufleistung 3x im Jahr bei der Inspektion wäre!
Aber Schrotthaufen verbitte ich mir! Dieses pauschale "Altes Auto -> Schrott" geplapper ist so was von flach und unqualifiziert. Ich möcht mal ne heutige Plastikbude in 24 Jahren sehen - ist wahrscheinlich dann ne Parkbank! Mein Auto fährt seit 24 Jahren bei nem Verbrauch zwischen 5 und 6l auf 100km. Das ist bei leibe kein Schrott! ich bin stolz drauf, dass ein einmal mit viel Rohstoffaufwand gebautes Fahrzeug nicht einfach wegschmeiße, sondern hege und pflege und ich bin stolz drauf, dass ich möglichst wenig benutze und so die Umwelt nicht belaste. Soll ich mir eine Plastikbude kaufen, für deren Herstellung erst mal sonstwieviel Tausend Tonnen CO2 in die Luft geblasen wurden? *kopfschüttel*
Aber ich glaub wir sollten das Thema wechseln - ist irgendwie wenig Fahrrad-mäßig so eine Diskussion ;-)
Hey nichts für ungut - aber ist es denn ein Verbrechen hier dazu zu stehen, dass man sein Auto gern hat und dass man es auch mal nutzt?
Grüße,
Patrick, der hier eigentlich eher über Fahrräder schreiben wollte ....