Finde es immer wieder lustig hier zu lesen, wie Leute, nur weil sie glauben, eine mehr oder weniger sinnvolle, auf jeden Fall aber vermeintlich komfortablere technische Innovation am Rad entdeckt zu haben, das Radfahren OHNE diese Neuerung (d.h. während den letzten 50+Jahren) für unerträglich, unmöglich oder gleich völlig bescheuert erklären.
An jedes Rad für die Expedition ins Büro muessen hydraulische Scheiben und ein SON - alles andere wäre völlig unverantworlich! Den Donauradweg ohne Rohloff? Unmöglich! Und auch die Entdeckung (

) des lieblichen Taubertals ist ohne GPS, millimetergenaues Routing und Höhenmesser ein völlig undenkbares Abenteuer
Ihre Majestät belieben zu scherzen.
Dabei liegen für mich die gefühlten Verhältnisse genau andersherum.
Diejenigen, die
- das Vergangene hoch- und heilighalten,
- dem Neuen bestenfalls skeptisch gegenüberstehen,
- vor allem, was über eine einfache Mausefalle technisch hinausgeht, mehr warnen als vor dem Leibhaftigen,
- am liebsten beim Rad noch die Laufräder, den Rahmen und den Antrieb weglassen würden, damit unterwegs nichts kaputtgehen kann,
- denen schon die Erwähnung angeblich gehypter Teile und Techniken Magenschmerzen und Schlaflosigkeit bescheren,
die, ja die sind doch hier im Forum in außerordentlich deutlicher Überzahl.
Dennoch sehen sie sich regelmäßg genötigt, sich dem Feind und seinen Attributen zu erwehren. Interessant, daß sie sich, obschon nur einer rührend kleinen Minderheit gegenüberstehend, immer wieder von dieser bedroht empfinden.
Und ich wette, ihr werdet auch den, der dort einen klappbaren Alurahmen sucht, in kurzer Zeit davon überzeugt haben, einen möglichst niedrig legierten Wasserrohrrahmen nicht unter 5 kg Gewicht nebst Extremkomfortgabel aus ebendemselben Material nicht unter 1,5 kg zu begehren. (Hoffentlich nimmt er sich dann für die große Reise wenigstens eine handgeschriebene Adressliste aller weltweit aktiven Dorfschmiede mit.)