Ich fahre am 15 Jahre alten 26"-Fernreiserad (seit 124'000 km) bewusst altmodische horizontale Ausfallenden, was nicht heisst, dass ich ausschliesslich von deren Vorteilen überzeugt wäre, Schrott sind sie aber sicher nicht. Die Ausfallenden haben M3-Stellschrauben zum einfacheren Radeinbau. Ich fahre seit jeher mit einem XT-Schnellspanner mit alter schwerer Stahlmutter. Ist dieser sehr stark festgeknallt verruscht gar nie was.
An anderen Fahrrädern (Rennrad, MTB) habe und bevorzuge ich vertikale Ausfallenden.
Die Vor- und Nachteile am felgengebremsten Kettenschaltungs-Reiserad aus meiner Sicht:
Vorteile horizontal:
- Bei verzogenem, unzentrierbarem Hinterrad (oder Rahmenhinterbau) ist notfalls oft durch leicht schrägen Laufrad-Einbau eine Weiterfahrt möglich, bei Vertikalen kann man das vergessen. M.E. ein wichtiges Argument für sehr abgelegene Weltgegenden.
- Bei defektem Schaltwerk oder Schaltauge lässt sich mit gekürzter Kette sehr einfach ein Eingangrad bauen
- Ein eventueller Umbau zu Nabenschaltung ist problemloser
Vorteile vertikal:
- Das Laufrad wird auch bei mässig angezogener (oder besonders leichtgewichtiger) Spannachse niemals schräg gezogen.
- Der Radeinbau geht einfacher, die Nabe sitzt schneller in der richtigen Position.
- Die Ausfallenden sind in der Regel leichter bzw. es gibt deutlich leichtere Modelle. Zudem kann ein leichterer Schnellspanner verwendet werden.
Schlussendlich geht es mit beiderlei Varianten, und ich muss zugeben, dass ich den nächsten Randonneur-Rahmen mit vertikalen Ausfallenden versehen werde. Das Rad ist aber auch nicht primär für extrem abgelegene Routen in weniger entwickelten Ländern gedacht.