Versuche gerade, eine schlaue Antwort zu formulieren - ist aber gar nicht so einfach.
Ich glaube z.B., dass sich die Probleme auf (Rad-)Reisen nicht so sehr von den Probleme im Alltag unterscheiden. Sie sind halt quasi nur etwas komprimierter...
Oder gibt es auf der Reise plötzlich neue Probleme?

Ich habe eigentlich nur die Erfahrung gemacht, dass ich mit Menschen, die ich gerne mag und mit denen ich gut auskomme, auch gut reisen kann (beste Freundin, mein Mann). Wir alle drei sind aber generell sehr kompromissbereit und haben auch sonst die gleiche Einstellung zu vielen Dingen. Das macht gemeinsames Leben und/oder Reisen natürlich eh schon mal einfacher.

Ganz ohne Konflikte lebe (und reise) ich aber natürlich auch nicht mit meinem Mann. Wenn wir viel Stress haben (ob nun im Alltag oder auf einer Reise), sind wir beide leicht reizbar und reagieren dann auch schon mal etwas genervt auf den anderen. Zum Glück können wir uns beide entschuldigen und sind auch nicht zu stolz, wieder auf den anderen zuzugehen, egal "wer angefangen hat".
Keine Ahnung, ob man sich Sensibilität antrainieren kann, aber sie hilft, herauszufinden, wann man sich selber zurückhalten sollte, weil der andere gerade seine 5 Minuten hat. Macht natürlich nur Spaß, wenn der andere das auch kann.
Wenn man grundsätzliche Probleme hat (einer will 120km pro Tag fahren, der andere maximal 70 oder der eine will jeden Sonntag 4 Stunden spazieren gehen, der andere aber lieber gemütlich im Garten sitzen), dann befürchte ich, dass man vielleicht nicht so gut zusammen passt. Ob das dann für Reise und Alltag gleichzeitig gilt, weiß ich jetzt nicht. Ist jetzt vielleicht ein bißchen extrem ausgedrückt, aber ich hoffe, es kommt rüber, was ich damit ausdrücken will.