Hallo Rudi!
Nachdem sich nun doch mal ein echter Besitzer eines echten "Panzers" hier getraut hat, sich zu outen, will ich dir mal folgen.

Hier wird ja in einigen Beiträgen suggeriert, bzw. dargestellt, das man nur mit leichten Rädern (max. 17kg) glücklich sein kann, oder gar darf. Das dem nicht so ist, kann zumindest ich, vollauf bestätigen!
Mein Rad unterliegt zwar auch einem permanentem Optimierungsprozess, wobei es mir in den allerwenigsten Fällen um das Gewicht bei einem Bauteil geht.
Mein "Panzer" ist vom Konzept her primär für Radreisen mit vollem Gepäck und für das Fahren auf
längeren schlechten Streckenabschnitten ausgelegt. Unter diesen Anforderungen hatte ich auch bereits die Vorgängerräder (Gudereit ReiseMTB gekauft 1991, Herkelmann MTB gekauft 1995) ausgewählt und nach und nach meinen Bedürfnissen angepasst bzw. umgebaut. Bei beiden Rädern lag das Gewicht bei ca. 18 bzw. 19kg incl. Schloss, 3 Flaschenhaltern, Gepäckträgern.
Auch das 2002 erworbene Delite Black, was im Herbst 2008 zu einem Intercontinental "mutierte", wurde nach und nach optimiert.
Ein genaues Gewicht habe ich noch nicht ermitteln können. Es dürfte aber beim Interconti bei ca. 22-23kg liegen.
Bevor wer schreit, dabei handelt es sich um einen Rahmen mit 60er Rahmenhöhe, vollgefedert, mit Gepäckträger vorne und hinten, Ständer - auf den ich sicher nicht verzichten werde und der auch mit vollem Gepäck hält, Scheibenbremsen, Bügelschloss, einer eigenen Version vom Forumslader und nem bequemen Brooks mit Federn!
Wenn Gepäck dabei ist, es mit Zelt losgeht, für 2-3 Tage autarke Versorgung angesagt ist (nur Wasser nachzufüllen ist, kein Laden an der Strecke liegt) dann sind es durchaus 35-38kg an Gepäck, die zu bewegen sind. Und damit habe ich auch kein Problem.

Für eine Mehrtagestour ohne Zelt, Küche usw., sind es incl. der Tagesverpflegung (Eisbein wird da allerdings nicht eingekauft...

) 10-15kg (letzteres mit Laptop dabei).
Das ich auch mit Gepäck flott unterwegs sein kann, hatten gestern noch ein paar Mitfahrer bei der Spargeltour erlebt.

Der Motor war aber zu der Zeit schon auf Betriebstemperatur, der entsprechende Kraftstoff war auch vorhanden

, auch konnten die Segel gut gesetzt werden, so das gestern auch mal ein kurzer Abschnitt mit ca. 35 drin war.
Auch gab es durchaus schon andere Radler, die den Elektromotor suchten, aber nur einen stufenlos steuerbaren bionischen Motor fanden, der noch auf Fettverbrennungs- & Kohlenhydratbasis, anstatt auf Elektronenbasis funktioniert...

Das ich mit einem deutlich leichteren Rad (14-16kg) schneller sein könnte, würde ich auch nicht bestreiten. Nur müsste ich hier für mein Konzept & Einsatzbereich zuviele Abstriche in Bezug auf Komfort und Robustheit machen. Auch reicht mir der derzeitige Geschwindigkeitsbereich und die fahrbare Etappenlänge (im Flachen z.Z. bei max. ca. 100-140km mit Gepäck, üblicherweise aber bei ca. 80-100km) aus.
Nachtrag:
Hier ist mein "Panzer" mal im Einsatz zu sehen.
Wichtig ist doch einzig und allein, das sich der jeweilige Radler auf seinem Gefährt - was der jeweiligen Nutzung entsprechend angepasst / ausgewählt / optimiert wurde bzw. wird - sich wohl fühlt und es einfach "passt".Diese Einsicht vermisse ich leider bei so ein paar Beitragsschreibern hier.