Notbremsungen trainiere ich in ebendiesem Alltag. Da kommen sie nämlich am häufigsten vor und dann kann ich aus der Not gleich eine Tugend machen... Trainiert habe ich das so explizit nie. Das kam tatsächlich mit der Alltagsroutine.
Hi Bernd, so wie du handeln aber die wenigsten. Die meisten denken an den eventuellen Ernstfall erst dann wenn er eintritt.
Es ist schlichte Tatsache das die meisten Fahrer, egal ob Fahrrad, Motorrad oder Auto, im Ernstfall viel Bremsleistung verschenken. Weil sie erst nur gewohnt sachte bremsen und erst kräftiger bremsen, wenn sie merken das es nicht mehr langt. Nur ist es dann schon zu spät. Und selbst bei der Vollbremsung wird viel zu oft trotzdem nicht das Maximum gegeben. Ganz besonders bei den Zweiradfahrern, die nicht die Grenze kennen bis zu der sie noch nicht den Abflug über den Lenker machen.
Deutlichstes Zeichen ist, das die Autohersteller bereits Bremsassistenten entwickeln, die erkennen sollen das der Fahrer eigentlich eine Vollbremsung meint. Und der Assistent übernimmt dann das voll reinhauen bis das ABS anspricht, oder es das Auto aus der Kurve zu tragen droht.
Ich bin mit Sicherheit ebenfalls ein uneffektiver Bremser. Trotz vielen Jahren Alltagserfahrung auf dem Fahrrad, incl. die eine oder andere Notbremsung. Aber wirklich die Bremsen knallhart bis zum Anschlag durchzuziehen habe erst gewagt, als ich mein Liegedreirad hatte. (Hatte weil mich vor ein paar Wochen ein Mercedes Sprinter von hinten auf die Hörner genommen hat.) Das Ding stellt sich nicht auf die Nase, denn es ist ein Langlieger mit Schwerpunkt weit hinten. Da kann man bremsen wie beim Auto.
Ich habe das auch mal ausprobiert als es eigentlich gar nicht nötig war. Aber bis auf die Fußgängerin, die im Volltran über die Straße taperte, war der sonstige Verkehr schön weit weg. Da konnte ich das gefahrlos ausprobieren. Nur die Fußgängerin hat sich ziemlich verjagt als es hinter ihr quietschte und brüllte. (Den Brüll statt Hupe hätte ich auch bei normaler Bremsung losgelassen.)
Gruß, Bernhard