Ich könnte mir schon vorstellen, bei einer Radtour in einer lauen Sommernacht an einem See oder Fluß zu übernachten, mit Feuer am Strand und "sich Waschen im Fluß", dieses ganze freie und romantische Programm eben

Das gehört einfach ab und zu ins Programm. Aber eben nicht als Dauerstzustand, da sind wir uns einig.
Aber alleine, das habe ich noch nie gemacht, wahrscheinlich wäre ich da zu aufgewühlt, um überhaupt zu schlafen...
Das geht bei mir sehr wohl. Dennoch sehe ich alleine in der Wildnis als tägliche Abendunterhaltung auch nicht als Vorteil an. Ab und zu alleine, aber nicht immer.
Und irgendwie habe ich da auch einen prinzipiellen Vorbehalt: Wenn ich durchs Ausland radele, selbst koche und wild zelte, kann ich dann nicht auch genausogut zuhause bleiben? Ich meine, wenn ich koche, dann koche ich doch nur, was ich kenne, also im Grunde wie zuhause. Dann lerne ich das Land von der kulinarischen Seite her schonmal nicht kennen. Und dem menschlichen Kontakt mit Fremden entziehe ich mich auch wenn ich abends und nachts lieber alleine bin.
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Ich finde, diese Art des Reisens ist irgendwie das Minimalprogramm, nicht nur was Komfort und Geld angeht, sondern vor allem, was neue Eindrücke angeht..
Oder sehe ich das komplett falsch?
Ob falsch oder richtig, würde ich auch nicht richten wollen, aber so sehe ich es auch. Kleine Einschränkung bei Essen: Man kann sich natürlich auch als Selbstversorger mit vorwiegend landestypischen Rohprodukten ausstatten, was aber nicht immer viel billiger sein muss als ein Restaurantbesuch. Ebenso endet nicht jeder Restaurantbesuch mit einer landes- bzw. regionaltypischen Verkostung.
Noch ein paar Anmerkungen:
Aus dem Gesagten folgt für mich auch, dass kleinere Gasthöfe mit persönlichem Charakter angenehmer sind als perfektionierte Standardhotels. Ich würde selbst bei einer Vervielfachung meines Einkommens nicht davon abweichen wollen. Das gilt auch für gewollte Zeltübernachtungen, sowohl auf dem Camping als auch wild. Zur Zeit besuche ich aber nahezu keine Gasthöfe mehr, das hat aber ausschließlich wirtschaftliche Gründe.
Ich würde mir Wünschen, das es in einfachen Gastwirtschaften (und Gasthäusern) mehr Gemeintische geben sollte, um den Kontakt zu fördern. Weiterhin sollten aber Einzeltische durchaus zum "Allein"-Bleiben erhalten bleiben, denn nicht immer und nicht jeder hat Lust, an solchen Tischen Platz zu nehmen.
Einige der Wildzelter im Forum dürften noch sehr jung sein und in einer Generationsstufe weiter durchaus andere Ansichten haben. Für die, die immer exotischere Ziele suchen, wird allerdings Wildcampen auch mit zunehmenden Alter immer wichtiger. Zur Zeit habe ich aber keine Neigungen zu expeditionshaften Radreisen.