Hallo Thomas!
Zu den Minenfeldern: Die Minenfelder an sich kennst du ja an der Markierung, die sind kein Problem. Leider wurde in diesen Kriegen eine Menge Minen mehr oder weniger willkürlich verstreut gelegt, eher vereinzelt oder in Gruppen. Die fürchte ich, da sie oft kaum oder nur sehr vage bekannt sind.
Dazu zwei Beispiele: In der Nähe von Benkovac haben noch Jahre nach Kriegsende die Einheimischen aus ein paar Dörfern gemeinsam Ziegen- und Schafherden im Umkreis grasen lassen, um die Gegend zu "entminen". Im Schnitt wöchentlich hat ein Viech eine Mine gezündet, dann gabs eben Ziegenbraten. Diese Minen lagen so verstreut, dass sie weder markierbar waren, noch geräumt werden konnten. (Bericht aus Profil)
Wir selbst haben einmal kroatische Autostopper am Heimweg vom Klettern im Velebit mitgenommen. Unterwegs im Lickatal haben sie besonders genau rausgeschaut, weil dort der Bauernhof der Großeltern der Frau war. Seit dem Kriegsende hat niemand den Hof und den Grund betreten, weil überall mit Minen zu rechnen war. Markiert war da gar nichts. Später haben wir am Vrh Kapele Kaffee am Straßenrand gekocht, einem Pass, von dem ich nie gehört hatte, dass er je umkämpft gewesen wäre. Wir Männer haben an den Straßenrand gepinkelt, die Frau kurz überlegt -und sich alles verkniffen, um nicht hinter einen Busch zu müssen. Angesichts kroatischer Sicherheitsstandards beim Klettern (und die beiden kletterten) nehme ich deren Sorgen absolut ernst, auch wenn ich nicht mit einer Mine in die Luft geflogen bin. Ich kann also nicht aus eigener Erfahrung schreiben.
Ich würde also an deiner Stelle in Gebieten, die in der offiziellen Karte als gefährdet ausgewiesen sind, sehr vorsichtig sein. Wahrscheinlich passiert dir, wenn du in ungesperrtes Gebiet gehst, nichts, wenn doch, heißt das aber tot oder (wahrscheinlicher) den Rest deines Lebens schwerste Behinderungen. Ich finde, das Risiko lohnt sich nicht. Wenn du in riskanten Gebieten aufpasst, gibt es ja keinen Grund, die Reise durch die schönen Landschaften nicht zu machen.
lg! georg