hehe, das ist ja wirklich scheinbar ein ganz heißes thema.
Ich finde es nur bedenklich, wenn gewisse physikalische Grundlagen außer Acht gelassen werden und dann behauptet wird, ein Reifen federt/dämpft so gut wie eine Federgabel (um es mal etwas überspitzt auszudrücken).
bitte nehmt nicht autos oder motorräder als vergleichsbeispiel, das ist wie appel/birne vergleichen.
ich schrob über meine subjektiven erfahrungen mit fahrrädern. ich mag es vom vorderreifen eine direkte rückmeldung über die bodenbeschaffenheit zu bekommen, das verschafft mir den bonus mitzubekommen, daß ich irgendwann die haftungsgrenze erreiche - und das meißt bevor es geschieht.
Hier ist dein Denkfehler. Wenn es rüttelt, hast du schon einen guten Teil deiner Bodenhaftung verloren. Die Rückmeldung kommt im Zweifelsfall also zu spät. Passiert das unerwartet in einer Kurve, fehlen dir u.U. die entsprechenden Seitenführungskräfte. Eine Federgabel vermag an solchen Stellen noch für ausreichend viel Bodenkontakt und somit Seitenführungskräfte sorgen können. Auch da ist natürlich irgendwann Schluß, aber der Grenzbereich wird zugunsten der Fahrsicherheit nach oben verschoben.
wenn der reifen springt merke ich das und das kommt nur dann vor wenn ich äußerst übertreibe mit dem schnellsein.
Der Reifen springt, sobald es am Lenker rüttelt.
am himmelfahrtstag hab ich am ende der tour auf einer richtig bescheidenen abfahrt bei 5bar vorn und locker 35km/h einen durchschlag erlitten, der selbst die mantelseitenwand auf knapp 10mm zerstört hat - so viel zum thema federweg.
Und, wieviel Federweg hattest du nun? Gemeinhin legt man den Betriebsbereich nicht soweit aus, daß er bis zur Zerstörung des Materials geht.
Meine Schätz-Rechnung war folgende:
Dein Reifen trägt 32mm über dem Felgenhorn auf.
Im Normalbetrieb bei 5bar wird er ca. 5mm gestaucht - bleiben 27mm bis zum Felgenhorn.
Reifenwandstärke (Drahtreifen) plus Schlauchwandstärke mal zwei geschätzte 4mm - bleiben 23mm.
Zusätzliche Dicke der Decke (Lauffläche) 3mm - bleiben 20mm
Luftfederungen haben eine progressive Kennlinie und du willst im Normalbetrieb ja nicht gleich einen Durchschlag haben, wenn du mal unachtsam eine Bordsteinkante o.ä. anfährst. Das bedeutet, du mußt für (selten auftretende) Spitzenlasten auslegen (eigentlich müßtest du die Rechnung rückwärts machen, um den nötigen Druck für dein Betriebsgewicht und Geschwindigkeitsbereich auszurechnen). Ich habe der Einfachheit halber 5mm Reserve gerechnet und komme somit auf 15mm Federweg im Normalbetrieb.
Ist wie gesagt nur eine Schätzung aber ich denke, sie ist tendenziell nicht so falsch.
Grüße,
André