Hallo Frank!
Zu den von dir kritisierten Punktren folgendes:
- Der direkt am Rahmen verschraubte Ständer macht nur so lange Spaß bis sich das Rad ein paar Mal über den selbigen seitwärts abgerollt hat und die verbogenen Schrauben so im Gewinde der Hinterbauschwinge abreißen daß nicht einmal an ein ausbohren zu denken ist
Am Anfang hatte ich auch immer mal wieder das Problem, das die Schrauben sich - scheinbar - gelöst bzw. gelängt haben, der Ständer somit lose war. Eine der Ursachen war / ist, das die Pulverbeschichtung unter dem hohen Anpressdruck des Ständers auf den Rahmen nachgibt, wie auch, das sich die VA-Schrauben sich längen können. Hier sollte man die abgeplatzte Pulverlackschicht beidseitig entfernen (auf der äußeren + inneren Rahmenseite), innen evtl. größere U-Scheiben + Stoppmuttern montieren. Dazu dann evtl. noch hochfeste Schrauben (z.B. in 12.9er Ausführung).
Auch mir sind beim Umfallen des Rades einmal die beiden VA M5 Schrauben abgerissen, konnte dann aber ohne Probleme die Bruchstücke über die Stoppmuttern (selbstsichernde Muttern) entfernen.
Wenn man unterwegs, speziell wenn mit Gepäck unterwegs - gilt aber auch für fast alle anderen Ständer, auch an "normalen" Rädern - regelmäßig die Festigkeit der Schrauben prüft und diese bei Bedarf nachzieht, dann sollte es eigentlich keine Probleme mehr geben.
- der hinten frei überstehende Kotflügel läßt sich am Besten mit Hilfe einer in Streifen geschnittenen Kreditkarte alle paar Wochen wieder zusammenkleben
Auch diesem Problem kann man was entgegen setzen:
Ich hatte mir, nachdem das erste Schutzblech hinten, direkt unterhalb des Rücklichts, abgebrochen war, bei dem neuem ein Stückchen VA-Flachband (15mm breit, 0,5mm stark, Länge ca. 100mm) eingebaut und zusätzlich an den Enden vernietet. Seitdem ist Ruhe.
- den Dämpfer vom Black oder White sollte man gleich vom Händler gegen ein funktionsfähiges Modell ersetzen lassen
Das Black wurde serienmäßig im Zeitraum bis ca. Ende 2002 mit dem RST 22A Dämpfer ausgerüstet, bei diesem Modell kam es in der Tat zu reichlichen Defekten. Wenn der Händler einer der vernünftigeren ist und auf Draht ist, hat er Kontakt zu RM aufgenommen und von RM kostenlos einen neuen Dämpfer (Suspa Rho) bekommen. Bei diesen Modellen hatte es allerdings in einer bestimmten Serie eine kleine Anzahl von Defekten gegeben, was sich darin äußerte, das das Rad - ohne Gepäck + ohne Schlaglöcher im flachen Terrain - permanent wippte. Der Austausch lief hier ebenso problemlos und schnell (<1 W.).
Seit nun fast 3 J. keine Probleme mit dem Dämpfer.
Das Jubilee (Delite White) wurde direkt serienmäßig mit dem Suspa Rho-Dämpfer ausgeliefert, insofern sollte es hier - gegenüber dem RST-Dämpfer - schon mal weniger Probleme gegeben haben.
Auch ein einfach zu behendes Problem sind die Dämpferbefestigungsschrauben. von der hinteren hatte ich 2 zerlegt, von der vorderen eine. Grund hierfür ist ein zu lang geschnittenes Gewinde, was über die Scherkräfte (in Kombination mit ausgeschlagenen Dämpferhülsen) zu einem Bruch geführt hat. Mit den jetzt eingesetzten Schrauben sieht es besser aus, bzw. dürfte dieser Defekt so nicht mehr aufttreten.
- Der Träger schreit förmlich nach einer hohen Zusatzlast. Bei mehr als 15 Kilogramm werden erstaunliche Adrenalinmengen durch das schlingern des Hecks freigesetzt
- und die Gelenke des Stabilisators für den Träger halten mit etwas Glück tatsächlich fast 80 km
Hier lässt sich mit etwas Packtechnik - die man auch bei "normalen" Rädern beachten sollte (60/40 Packweise, schweres nach unten und zur inneren Seite...) - einiges an Problemen vermeiden. Zum anderen ist auch bei dem Delite ein max. zulässiges Systemgewicht angegeben, was man nicht überschreiten sollte, da es sonst zu Problemen kommen kann / wird.
Der Nachrüstsatz für die seitliche Stabilisierung des hinteren Gepäckträgers kann nur dann korrekt montiert werden und vernünftig funktioniren, wenn der Gepäckträger auf das entsprechende Maß vorgerichtet wird. Eine Messung an diversen Trägern hatte ergeben, das dieses Maß nicht einheitlich ist, bzw. nicht dem erforderlichen Maß entspricht. Bei trotzdem erfolgter Montage stellen sich zwangsläufig binnen kurzer Distanzen Defekte an den Schrauben und den Hülsen ein. Die Alublöcke, die bei den ersten Nachrüstsätzen mitgliefert wurden, wurden übrigens durch Kunststoffblöcke ersetzt, die haltbarer sein sollen.
Ich hatte als einer der Ersten einen solchen Nachrüstsatz erhalten und daher entsprechende Verbesserungsvorschläge machen können, montiert hab ich ihn aber trotzdem nicht (wer Interesse hieran hat, s. Beitrag von mir im Marktplatz (schon was länger her)), der oben genannten Problem e wegen. Die seitlichen Bewegungen spüre ich - standardmäßig hab ich ca. 12-20kg hinten drauf - übrigens nicht negativ. Bei anderen Radlern, die hinter mir herfahren kann dies aber schon Angstzuständen führen...
Dein Beitrag lässt bei mir - wie auch bei einigen Beiträgen anderer Forumsmitgliedern zu anderen Themen - mal wieder den Eindruck entstehen, das du dich nicht, bzw. nicht ausreichend, mit der jeweiligen Problemstellung beschäftigt hast, bzw. dem - nicht wissenden - Händler einfach vertraut hast.
Ein Reiserad, welches nicht so einfach ein Standard 0815-Rad ist, wo ja das Delite (White, Grey, Black, die anderen Delites sind ja nicht primär als Reiserad gedacht) dazu zählt, bedarf auch einer sehr individuellen Anpassung. Da es auch nicht gerade viele vergleichbare Räder - mit dem selben zugedachten Einsatzzweck und in einer ähnlichen Qualitätsklasse - gibt (das von Tout Terrain lass ich absichtlich raus, da es hier noch keine ausreichenden Erfahrungen gibt), gibts logischerweise auch kaum einen Vergleich, was Defekte + Probleme angeht.
Wenn Probleme auftreten, kann ich nur empfehlen, via dem Händler, Kontakt mit RM aufzunehmen, wenn der Defekt / das Problem erkennbar (augenscheinlich) nicht nur äußere / unsachgemäße Einwirkung aufgetreten ist, wird sicherlich auch eine zufrieden stellende Lösung zustande kommen. Meine Erfahrungen sind diesbezüglich - speziell mit in Bezug auf RM - absolut positiv.
So, gut für heute.
