hallo Falk,

freut mich wirklich, dass du dich auch hier in meinem gemütlichen thread blicken lässt... hatten uns ja schon mal in dresden beim treff drüber ausgelassen.

ich bin zum glück nicht allzu fern der heimat, aber doch noch weit genug weg für 'nen saftigen entfernungszuschlag... grins
in gera bin ich nämlich gelandet und stiefele nun als mehr oder minder fröhlicher pionier durch die schöne mitteldeutsche landschaft dort.
wie sagte unser kompaniechef dazu? "Der Pionier ist eigentlich der einzige richtige Soldat, weil er nicht nur was kaputtmachen, sondern auch was wieder aufbauen kann."

schirmmütze? hat da einer was drüber geschrieben? vielleicht sogar ich? ich weiß es echt nich mehr... verwirrt

aber wo wir nun dabei sind: das ding heißt in korrektem BW-Deutsch "Feldmütze", man hat zwei stück davon und sie wird eigentlich ständig getragen, sobald man außerhalb von gebäuden ist - außer es steht gefechtsdienst oder formaldienst (hieß früher wohl mal exerzieren) an.
für ersteren wird der kevlar-gefechtshelm, für zweiteres das barett - das meiner meinung nach ganz schneidig aussieht, wenn man die entsprechende rübe dafür und ahnung, dass ding richtig aufzusetzen, hat.
mit den neun grad neigung wird bei uns nich so genau nachgemessen, hauptsache das sieht halbwegs gut aus - steht irgendwie auch nich jedem. fakt iss: lose draufsetzen, abzeichen mit der hand auf den schädel pressen (linke seite), rechte seite anpacken und runterziehen, muss übers ohr hängen. dann glattstreichen, strammstehen, fertig.

befördert werde ich hoffentlich direkt nach den drei monaten der Allgemeinen Grund-Ausbildung zum Gefreiten, nach weiteren drei monaten zum obergefreiten, welcher ich dann noch drei monate bleibe - und das war's dann auch schon.

ratzekahl gibts beim bund nich - vorgeschriebene mindesthaarlänge ist 3mm, die wollen ja keine skinheads haben, da. obwohl manche, die ständig mit den 3mm rumlaufen, schon so ähnlich aussehen.
meine haare sind zwar gekürzt, aber nur in dem ganz normalen rahmen, wie sie's immer im sommer sind.
es wurden eigens für die rekruten zwei friseusen aus gera angeheuert, die in die kaserne kamen und die freiwilligen und unter freiwilligem zwang stehenden eines teiles ihrer haarpracht beraubten, frei nach dem motto: die ohren frei, der rest egal.
als ich jedoch so in der warteschlange stand und einer nach dem anderen mit so einer grässlichen insel-frisur wieder herauskam, kriegte ich echt angst und das erste was ich dann tat, war die friseuse zu bequatschen, mir um alles in der welt nicht so 'ne grässliche murmel zu drehen, sondern von mir aus alles kurz zu machen, wenn es denn ein befehl sei.
ich kam dann irgendwie als einziger mit ner vernünftigen frisur da wieder raus, aber egal, iss ja noch mal gut gegangen... zwinker

ob nun dienst-, oder privatrad - verboten sein wird's hoffentlich nich. und wenn mir's der zugführer untersagt, geh ich mit meinem anliegen zum kompaniechef oder zum spieß, die werden mir das als leidenschaftliche radfahrer schon erlauben, denk ich. die kennen mich ja nun schon, durch meine kriegsverletzung...

einen wunderschönen abend wünsch ich dir, Richi, Pionier