Bei Fragen zu Reiserädern gehts in diesem Forum fast immer um die gleichen Themen, nämlich um die Technik.
Wir sind uns durchaus einig, dass die massiv überbewertet wird.
Wenn jemand als allererstes bei seinen Wünschen zum Reiserad eine Aufzählung der meistbeworbenden durchs Forum getriebenen Säue bereithält, sowie die schon hunderttausendmal beantwortete, unbeantwortbare Frage, Stahl oder Alu, stellt,
1. Halte ich eine Trittfrequenz von ca. 90 U/Min über viele Stunden.
2. Mache ich regelmäßig Bauch- und Rückenmuskeltraining, um eine entspannte Haltung auf dem Rad einnehmen zu können.
3. Kann ich im Stand mein Rad ausbalancieren ohne vom Pedal zu steigen.
4. Kann ich über Hindernisse springen.
5. Wie lange kann ich im Unterlenkergriff fahren.
6. kann ich freihändig Kurven fahren ( kontrolliert !).
7. Kann ich mit beiden Bremsen kontrolliert bis knapp vorm blockieren scharf bremsen und dann schnell ausweichen.
Wir werden uns da wohl nie einig werden. Obwohl ich mir einerseits sogar einbilde zu verstehen worauf du rauswillst (nämlich darauf, dass man Dinge die man tut, ordentlich machen soll), bin ich andererseits der Meinung, dass du sehr einseitig das radfahrtechnische in den Vordergrund stellst. Kennst du 'Denzels Alpenstraßenführer'? Der Autor tut etwas ähnliches mit dem Autofahren, er sieht das Fahren möglichst steiler Gebirgsstraßen als sportliche Herausforderung an. Eine Sichtweise, die ihre Daseinsberechtigung hat, aber für mich ist das Auto bzw. auch das Fahrrad viel mehr Mittel zum Zweck um irgendwo hinzukommen. Das heißt nicht, dass ich nicht gewisse Kenntnisse und Fertigkeiten haben muss, aber sie müssen eben nicht unbedingt dem Können eines Ralleyfahrers entsprechen, auch wenn das sicher ab und zu nützlich wäre.
Zum passenden Rad:
Zunächst mal nützt es nichts, einfach nur auf Namen zu schielen.
Probefahren, probefahren, probefahren mit wechselnden Rahmenhöhen -längen, Sattelüberhöhungen, Vorbaulängen -winkeln, Sätteln und immer das wählen, was nach mindestens 100 km am angenehmsten ist.
Da hast du wieder uneingeschränkt recht. Was ich aber seltsam finde ist, dass du genau zu wissen scheinst, was dabei rauskommen muss, nämlich ein relativ sportliches Rad im Randonneurstil. Ich glaube einfach nicht, dass das so eindeutig ist.
Merksatz: Einfacher ist besser. Die Technik wird weitaus überschätzt, entscheidend ist der Mensch.
Ja natürlich. Aber warum um Himmels Willen soll sich ein nicht so trainierter Mensch nicht das Leben mit Technik einfacher machen? Ich bin eine lausige Radfahrerin und habe deshalb ein Dreirad gekauft. Ja das Teil ist langsam, aber seit ich es habe kann ich endlich auch unbekannte Strecken problemlos fahren.
Als letztes: Schau dir die Randonneure an. Das sind ja keine Profis, sondern mehr oder weniger gut trainierte
Hobbyradler und sie fahren mit Leichtgepäck Strecken zwischen 200 und 1200 km am Stück.
Was fahren die?
Eben sie sind gut trainiert und sie sehen Rad fahren als Sport an. Dazu ist ein Radreisender aber nicht automatisch verpflichtet. Mein gut trainierter Bekannter läuft Marathonwettkämpfe selbstverständlich in leichten und ungedämpften Wettkampfschuhen. Aber nicht weil er die für bequemer, sondern für effizienter hält. Ich würde wenn ich mich denn wirlklich mal an einem Marathon versuchen sollte garantiert keine Wettkampfschuhe tragen. Du kannst jetzt natürlich argumentieren, wer nicht in der Lage ist einen Marathon in Wettkampfschuhen durchzustehen sollte gar keinen laufen. Und unterschwellig argumentierst du meinem Eindruck nach genauso wenns ums Radreisen geht. Du legst dein sicher hohes Niveau zugrunde und alles was weniger ist, ist nicht akzeptabel. Stimmt aber nicht.
Aber ich kam vom Thema ab. Warum ich das Ganze unter der Gürtellinie fand: du unterstellst jemandem, den du nicht kennst, dass er/sie nicht Rad fahren kann. Deine Argumentation geht wenn ich das richtig verstehe in die Richtung, wenn sie es könnte dann müsste sie eigentlich gar keine Fragen stellen. Nur wozu bräuchten wir dann noch ein Forum?
Martina