In Antwort auf: Martina

In Antwort auf: theodor

Lern Radfahren (am besten auf einem Rennrad!) und nimm das Rad welches dir paßt. Alles andere ist zweitrangig.



Ich habe lange gezögert und meinen Beitrag schonmal wieder gelöscht, aber nach einigem Nachdenken finde ich diese Beitrag immer noch deutlich unter der Gürtellinie. Auch wenn ich den zweiten Teil der Aussage sogar unterschreiben würde, halte ich es nicht angebracht, jemanden der laut Profil ca. 5.000 km im Jahr fährt und von dem man sonst nichts weiß zu empfehlen, erstmal Radfahren zu lernen.

Martina


Hallo Martina,

Zugegeben, es ist schroff und sehr kurz formuliert, aber unter der Gürlellinie?

Bei Fragen zu Reiserädern gehts in diesem Forum fast immer um die gleichen Themen, nämlich um die Technik.
Entscheidend für den Spaß beim Radeln ist aber in allerster Linie der Trainingszustand und die Sitzposition. Ich habe sehr lange gebraucht, um eine entspannte langstreckentaugliche Position auf dem Rad zu finden bzw. das Rad entsprechend herzurichten. Desweiteren fahre ich ja nicht wenig und sehe viele Radler , die mit sehr teurem Material einen Tretstil pflegen, daß die Sau graust, sowie mit bolzengerade gestreckten Armen jede Vibration ungebremst weiterleiten.
Auch Leute mit teuersten MTB können manchmal nicht einmal balancieren.
Nun zum Ausgangsbeitrag:
Wenn jemand als allererstes bei seinen Wünschen zum Reiserad eine Aufzählung der meistbeworbenden durchs Forum getriebenen Säue bereithält, sowie die schon hunderttausendmal beantwortete, unbeantwortbare Frage, Stahl oder Alu, stellt, nehm ich mir das Recht mal auf die wesentlichen Dinge hinzuweisen.
Nun soll der Schreiber des Ausgangsbeitrags für sich selbst mal ehrlich beantworten:

1. Halte ich eine Trittfrequenz von ca. 90 U/Min über viele Stunden.

2. Mache ich regelmäßig Bauch- und Rückenmuskeltraining, um eine entspannte Haltung auf dem Rad einnehmen zu können.

3. Kann ich im Stand mein Rad ausbalancieren ohne vom Pedal zu steigen.

4. Kann ich über Hindernisse springen.

5. Wie lange kann ich im Unterlenkergriff fahren.

6. kann ich freihändig Kurven fahren ( kontrolliert !).

7. Kann ich mit beiden Bremsen kontrolliert bis knapp vorm blockieren scharf bremsen und dann schnell ausweichen.

etc..

Diese Dinge sind nicht unabdingbar für Radreisen, aber wesentlich wichtiger als z.B. die Art des Getriebes oder das Rahmenmaterial und vor allem, sie erhöhen den Spaß beim Radeln.
Zum passenden Rad:
Zunächst mal nützt es nichts, einfach nur auf Namen zu schielen.
Probefahren, probefahren, probefahren mit wechselnden Rahmenhöhen -längen, Sattelüberhöhungen, Vorbaulängen -winkeln, Sätteln und immer das wählen, was nach mindestens 100 km am angenehmsten ist.

Merksatz: Einfacher ist besser. Die Technik wird weitaus überschätzt, entscheidend ist der Mensch.

Als letztes: Schau dir die Randonneure an. Das sind ja keine Profis, sondern mehr oder weniger gut trainierte
Hobbyradler und sie fahren mit Leichtgepäck Strecken zwischen 200 und 1200 km am Stück.
Was fahren die?

Gruß

Theodor