Meiner zugegeben durch das Rennrad geprägten Fahrweise kommt sie jedenfalls nicht entgegen. Mal schaltet sie so seidenweich daß man automatisch 2 Schaltstufen überspringt. Dann wieder verhakelt es sich intern. Bis hin zu komplett herausgesprungenem Gang ist alles schon dagewesen. Der interne Schaltwiderstand hängt wohl auch mit der jeweiligen eingelegten Schaltstufe zusammen von der aus man herunter schaltet. Verinnerlichen kann ich das jedenfalls nicht. Es genügt schon ständig darauf zu achten im Totpunkt und dennoch enlastet schalten zu müssen. Oder eben am besten während kurzer Tretpause. Das aber gutzuheissen und von einer Unart bei Kettenschaltungen zu reden ist doch absurd.
Und genau da liegt das Problem. Die Erwartungshaltung, kombiniert mit den (wohl verinnerlichten) Schaltgewohnheiten einer eng gestuften RR-Kettenschaltung, können letztlich nur zu einer "gewissen Ernüchterung" gegenüber der Rohloff führen. Das ist dann aber kein Problem des Produkts - sondern eher, dass man etwas am eigenen Bedarf / den eigenen Erwartungen "vorbei gekauft hat". Das ist, in Anbetracht des Preises einer Rohloff, sicher ärgerlich.
Bei Kettenschaltungen ist ja die einzige tatsächliche Innovation der letzten 30 Jahre die indexierte Schaltung. Der Rest sind lediglich Verbesserungen im Ritzeldesign, um den Übergang zw. den Schaltstufen zu glätten, damit auch gefühllose Grobmotoriker geräuschlose Gangwechsel schaffen können. Der Preis für die Innovation ist eine deutlich geringere Haltbarkeit des Materials, und eine zum Teil massive Verschlechterung der Performance bei fortschreitendem Verschleiß. Ansonsten wird jede Kettenschaltung noch heute so bedient wie vor 30 Jahren: Mit einem Hebelchen wird über Seilzug ein Schaltarm betätigt. Der Rest ist Hype. Dass man heute statt sechs indexierten Schaltstufen elf davon hat, ist nicht sonderlich innovativ, macht das Ganze aber mechanisch deutlich empfindlicher gegen Störungen.
Auch die alle paar Jahre jeweils als Quantensprung bezeichneten neuen Designs der Schaltungen, dienen letztlich nur dazu, den Kunden zu suggerieren, mit dem jeweiligen Vorgängermodell ein völlig veraltetes Produkt zu besitzen. Damit das jedem auffällt (und der "Schämfaktor" bei den Alttechnik-Besitzern entsprechend hoch ist), wird im Wesentlichen erstmal das Design massiv verändert, um den Neukauf-Reflex zu fördern.
Fakt ist, das Material am Flansch ist zu weich weshalb es zu Kerbbrüchen kommen kann. Welche andere Nabe hatte je dieses Problem? Es scheint für Rohloff ja günstiger zu sein in diesen seltenen (?) Fällen das ganze Gehäuse auf Kulanz zu tauschen als etwas an der Legierung zu ändern.
Es besteht ja für keinen Ingenieur die Notwendigkeit, wegen bedauerlicher Einzelfälle seine Konstruktion grundlegend zu überdenken. Wenn Flanschbrüche bei Rohloff ein "Massenproblem" wären, wüsste man das. Btw - im RR- und MTB-Bereich sind solche Schäden auch bei "normalen" Naben nicht unbekannt, von gebrochenen Achsen, zerrissenen Freiläufen, Speichen- und Felgenbrüchen mal ganz abgesehen. Auch die so innovativen Carbon-Laufräder für 2 bis 4T€ sind nicht nur Quell steter Freude....
Leichtbau, zum Preis des frühen Produkt-Ablebens, kombiniert mit hohem Kaufpreis, hat nichts mit Innovation zu tun - sondern mit Geschäftstüchtigkeit und Gewinnoptimierung. Welche 20 Jahre alte Schaltung im RR- oder MTB-Bereich funktioniert heute noch so problemlos wie 'ne 20 Jahre alte Rohloff? Da wurde doch schon mindesten drei mal die komplette Schaltung gewechselt - schon aus dem Grund, weil es für alte XTR (900-er), DuraAce (74-er

) etc. schon lange keine Ersatzteile mehr gibt.
Innovation hat, gerade bei Konsumprodukten, nicht immer mit Fortschritt zu tun - und ständig gehyptes "neues Design" nichts mit Nachhaltigkeit, Kundenzufriedenheit und Werthaltigkeit.
RR-Schaltung taugt dafür, wofür sie gemacht ist - Rohloff taugt dafür, wofür sie gemacht ist. Beiden jeweils das andere Anwendungsfeld überstülpen zu wollen, funktioniert nicht.