Zitat:
(Hat die eigenlich ein Zahnrad für den Teil, oder haben sie irgendwo einen Tunnel mit Fahrstuhl oder so?)

Nein, die »Tranvía de Tenerife« ist eine reine Adhäsionsbahn. Zahnstangenbetrieb scheidet aus mehreren Gründen aus. Man wollte hundertprozentige Niederflurwagen. Die funktionieren mit stufenlosem Wagenboden nur mit Losrädern ohne durchgehende Achswellen. Platz für einen Zahnradantrieb in Gleismitte ist da absolut nicht vorhanden. Der würde eine Wagenbodenhöhe, die mindestens beim Dreifachen läge, erfordern (wobei das Multigelenkprinzip dann nicht mehr sinnvoll wäre). Gemischter Zahnstangen- und Adhäsionsbetrieb würde eine erhöhte Zahnstangenlage mit kleinerem Zahnradaußendurchmesser als dem Mindestlaufkreisdurchmesser der Laufräder erfordern (wenn man voraussetzt, dass die Zahnräder auf den Achswellen angeordnet würden). Damit wäre ein Einbau in den Straßenraum nicht möglich. Eine Zahnstange auf Höhe der Fahrbahn würde dagegen Weichen in Sonderbauart und in Adhäsionsbereichen eine Nut in Gleismitte erfordern. Außerdem würde dort Schmierstoff auf der Straße landen. Zahnstangenein- und -ausfahrten sind nur mit so etwa 10km/h befahrbar, bei dem dichten Takt müsste man sie auch mehrmals pro Jahr wechseln. Etwas mehr als was Cruisings Thomas schreibt, geht bei den Neigungen schon. In Deutschland sind unter Fernbahnverhältnissen auf Hauptbahnen 25, auf Nebenbahnen 40‰ zulässig. Was drüber liegt, ist Steilstrecke mit besonderen Vorschriften insbesondere bei den Bremsen. Die Berninabahn liegt bei etwa 70‰ und wer das Puschlav kennt, der weiß, dass das auf Dauer recht ordentlich ist. Zahnradstrecken, auf denen die Lokomotiven auf der Bergseite laufen dürfen, haben so etwa 120 bis 125‰. Siehe Brünig- oder Berner Oberlandbahn. Wird es mehr, muss bergwärts geschoben werden. Ein passendes Beispiel ist die Schöllenenbahn mit 179‰. Wird es noch steiler, dann sind die Antriebe nicht mehr symmetrisch auzuführen und es gibt eine Berg- und eine Talseite. Siehe Wengernalpbahn mit dem Gleisdreieck auf dem Bahnhof Kleine Scheidegg. Bei Straßenbahnen sind so etwa 130‰ auch mit reinem Adhäsionsbetrieb beherrschbar, dann ist eine reibwertunabhängige Bremse wie die Magnetschienenbremse unverzichtbar. Die Straßenbahn Lissabon und die Pöstlingsbergbahn in Linz dürften nahe rankommen. Ich vermute, dass die Steigung in der Avenida de los Menceyes auch leicht über 100‰ liegt. Erleichternd ist, dass es echte Winterbedingungen auch in La Laguna nicht gibt. Die Wagen sind übrigens »Citadis 302« von Alstom aus Frankreich, schweizer Hersteller sind höchstens als Zulieferer beteiligt.