Castellano ist doch das, was gemeinhin »spanisch« genannt wird, weil es drei weitere offizielle (katalanisch, baskisch und galizisch) und noch ein paar nicht offiziell anerkannte wie aragonesisch gibt. Schonmal gut, dass Du nicht völlig unbeleckt bist und wenn du ein paar spanische Eigenheiten kennst, ist das viel wert. Canarios sprechen übrigens ein ziemlich amerikanisch eingefärbtes castellano. Man merkt die engen verwandschaftlichen Beziehungen mit Kuba und Venezuela – und den Abstand zu Festlandspanien. Das Genuschel ist aber zumindest meiner Meinung nach nicht ganz so brutal wie in Kuba.
»Kanarenexperte« ist zu dick aufgetragen. Im Nordwesten liegt das Teno-, in Osten das Anagagebirge. Beide sind lohnende Ecken, doch heißen sie zu Recht »Gebirge«. Beide haben so etwa Höhen um die tausend Meter, zu den Küsten hin zuweilen ziemlich schroff abfallend. Die Folge sind gelegentlich bösartige Höhenunterschiede und Steigungen. Gerade von der Nordküste im Anaga musst Du auf jeden Fall wieder hoch auf den Kamm, den über den verläuft die Hauptstraße. Die Cumbresstraße, die tirb erwähnt hat, befahre ich gerne, La Laguna–El Portillo–Puerto de la Cruz ist eine schöne Tagestour mit langem, aber mit einer Ausnahme zwischen der Abzw Arafo und so etwa dem Mirador de Ayosa nicht zu brutalem Anstieg und einer ebenso langem Talfahrt. Der Scheitelpunkt ist der Corral del Niño erst einen Kilometer hinter der Abzw Izaña. Noch nicht gefahren bin ich über die alte Carretera nacional über der Südküste zwischen Santa Cruz und Granadilla de Abona. die kommt bei denen, die dort schon waren, ziemlich gut weg. Sie verläuft weit oberhalb der Autobahn durch die alten Ansiedlungen. Alles unten um die Autobahn ist Wildwuchs in der Wüste (der letzten fünfundzwanzig Jahre), entstanden eben wegen der Autobahn und dem Flughafen.
Solltest Du Dich tatsächlich langweilen, was ich aber für wenig wahrscheinlich halte, dann ist Gomera gleich um die Ecke.