So gesehen gibt es natürlich noch einige Einwände. Guten Kaffee gibt es z.B. auch in Frankreich und Italien, nur unterscheiden sich die Kaffeeprodukte der Länder. F, I, E sind z.B. Espress-Länder, F, I teilen sich die ursprüngliche Entwicklung des guten Espressos. Anderseits gibt es Milchkaffee bzw. Capuccino, zumindest ersteres ist vielen ein Gräuel in Frankreich. Deutschland war aber auch mal das Land des Muckefucks und des aromafreien Kannenkaffees. Gibt es noch, ist aber weitgehend durch moderne Maschinen verdrängt und weitgehend italienisiert, wobei der Espresso es imer noch eher schwer hat in der Akzeptanz (eher die div. Arten Milchkaffee).
Auch das Croissant, dass man vielleicht nicht im Hotel, aber doch häufig beim Frühstück findet (womit auch klar ist, dass es unterschiedliche Prioritäten für den Frühstücksort gibt), ist ja von bester Qualität. In Deutschland gibt es nahezu ausschließlich Gummi-Croissants. Auch spart der Franzose dadurch das separate Butterstückchen und Marmelade, denn die Butter ist im Croissant eingebacken, während die deutschen aus eine Diätvariante darstellen. Das Croissant braucht dann auch keine süße Marmelade mehr. Ein Pain au chocolat ist auch nicht so süß wie ein deutsches Schokocroissant mit Nutellaschokolade, von dem einen angestachelten Fressreiz bekommt (analog wie bei süßen und herben Schokoladentypen) und auch mehr Kaffeeflüssigkeit verlangt. Von Natur aus sind also frz. Frühstücksprodukte so gemaacht, dass man einfach davon auch weniger isst. Irgendwo muss ja das Klische herkommen, das der Deutsch fett und der Franzose schlank sei, da doch der Franzose mittags und abends sich nicht gerade zurückhält.
Die Baguettes, dier der Franzose morgens paketweise kauft, sind mitunter nur bedingt fürs Frühstück gedacht, zu größeren Teilen als Essensbegleiter bei den Hauptgerichten mittags und abends. Was den Ort betrifft, ist der Romane (auch andere Völker etwa des Balkans) eher sozialer, will sagen, der Deutsche frühstückt lieber privater und intimer am Hoteltisch, der Romane eher in einer öffentlichen Umgebung, im Cafe und umgibt sich nicht nur mit Familie. Geschlechtertrennung ist dabei zuweilen beliebt. Aber alles ist im Wandel und gleicht sich an. Es ist eher eine Frage des Stils bestimmter sozialer Gruppen, wie gefrühstückt wird.
So kannst du die Klischees auch wieder auseinanderbröseln und am Ende bleibt ein buntes Bild. Eher ist es, wie Martina oben irgendwo durch Zitat eines Hoteliers aus Besançon gesagt hat, dass das Hotelgewerbe ein bissschen der Zeit hinterher läuft und manchmal schon etwas unverschämt ist. U.a. deswegen auch der Boom der privaten Bett-Anbieter. Was fürs Frühstück gilt, ist auch bei anderen Essen zu beachten. In Italien ist es z.B. oft besser, ein Restaurant ohne Hotel aufzusuchen, weil die Hotelbetriebe nicht gerade die besten Sachen auf den Tisch stellen, besonders bei Pensionsbetrieben. Dazu kommen noch schlechtere Schließzeiten. Das kennt man aber auch aus Deutschland, zumindest historisch.