Das klingt zwar charmant, ist aber im Grunde eine kalte Enteignung.
Man lasse mal den in unserer Neidgesellschaft unbequemen Gedanken zu, dass an Seeufern nicht nur schwerreiche Unsympathen wohnen, die ihre Kohle durch schlechte Musik, unsinnige Sportarten, Waffenhandel und Aktiendeals gemacht haben.
Sondern auch Leute, deren Urgroßvater vor 100 Jahren ein Stück Seegrundstück gekauft hat und da seine Fischereibude hingestellt hat. Oder einen Bauernhof, eine Gärtnerei oder eine Pension oder einfach ein Häusschen. Und das waren nicht wenige ganz normale kleine Leute.
In den 100 Jahren ist der Uferort über die 2 km an die Fischerbude rangewachsen und das Grundstück wurde wertvoll. Und die Urenkel des Fischers erfahren jetzt, dass ihr Grundstück nur noch die Hälfte wert ist, weil die Gemeinde einen Uferweg in den See geschüttet hat. Und die Hypothek (für die ökologisch korrekte Energiesanierung der Sanfte-Urlaubs-Pension) ist futsch und die private Altersversorgung auch.
Wenn Du als Privatmensch 10 qm Kies vor Dein Seegrundstück schütten würdest, hättest Du sofort den Lynchmob vor der Tür, weil wahrscheinlich ein paar hundert Kaulquappen dabei hopsgegangen wären.
Was mich in Deutschland wirklich, wirklich nervt, ist dieser jämmerliche Sozialneid, mit dem jedes Einkommen und jedes Vermögen, dass größer ist als das eigene, erstmal als ergaunert und unverdient betrachtet wird.
Knipst der Hobbyknipser mit der 8.000 €- Nikon, wird geflamed, eine 250€-Kamera würde es auch tun. Hat jemand eine 30.000€-Armbanduhr, kriegt er gesagt, eine Quartzuhr für 36€ sei genauso genau. (Stimmt, aber in der stecken keine 500 europäischen Handwerkerstunden!)
Bemerkenswert ist die Flexibilität, mit der die gefühlte Ungerechtigkeitsgrenze den eigenen Verhältnissen folgt. Das kann man ganz hervorragend beo Politkern sogenannter linker Parteien verfolgen.
CU
Christian